Frau gegen Geld

Frauenmangel in Indien: Ehefrauen vermietet

Ausland
19.06.2006 15:34
Wegen Mangels an jungen Frauen haben Stammesangehörige im westindischen Bundesstaat Gujarat zu drastischen Maßnahmen gegriffen und mit der "Vermietung" ihrer Ehefrauen begonnen. Im Detail sieht das so aus: Die Ehemänner geben ihre Frauen für einen Monat an Männer aus höheren Kasten.

Und das Geschäft läuft gut. Laut der indischen Zeitung "Times of India" hat ein Ehemann sogar umgerechnet 140 Euro pro Monat für seine Frau verlangt und auch bekommen. So nimmt auch die Anzahl der Vermittler, die entsprechende Geschäfte einfädeln zu, hieß es.

Doch woher kommt der Mädchenmangel? In Gujarat und anderen Bundesstaaten wie Punjab oder Haryana gibt es immer weniger Mädchen. Obwohl die Feststellung des Geschlechts vor der Geburt in Indien verboten ist, wurden nach Schätzungen alleine in den vergangenen zehn Jahren rund zehn Millionen weibliche Föten abgetrieben. In manchen Regionen kommen inzwischen weniger als 800 Mädchen auf 1.000 Jungen. 

Grund dafür ist die Aussteuer, die dem Mädchen von den Eltern mit in die Ehe gegeben werden muss. Viele, besonders arme Familien können sich diese Ausstattung nicht leisten und bevorzugen daher männliche Nachkommen.

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