20.06.2006 09:26 |

Echtzeitstrategie

Rise of Legends

Echtzeitstrategiespiele gibt es inzwischen zahlreiche auf dem Markt, so dass ein neuer Titel mehr als gute Grafik und ausbalancierte Einheiten mitbringen muss, um die potentielle Kundenschar anzulocken. Big Huge Games wagt sich bei "Rise of Legends" mit einem ungewöhnlich anmutenden Szenario in das Reich der Vinci, Alin und Cuotl.

Zu Anfang gerät ein Trupp der Vinci, deren Name nicht ganz ungewollte Ähnlichkeit mit einem gewissen Leonardo hat, in einen Hinterhalt. Bei dieser Attacke verliert Giacomo, ein begnadeter Erfinder, nicht nur ein Teil seiner Soldaten sondern auch seinen über alles geliebten Bruder.

Fortan sinnt er unerbittlich auf Rache, um diese schreckliche Tat zu sühnen. Doch bei dem Versuch dem finsteren Dogen habhaft zu werden, mischt sich eine neue Kraft in die Kämpfe ein. Giacomos Verdacht fällt vorerst auf die Rasse der Alins, ein Volk mit vielerlei magischen Fähigkeiten. Doch liegt er dabei völlig falsch, denn eine geheimnisvolle dritte Macht, die Cuotl, sind nicht ganz unbeteiligt am Geschehen.

"Rise of Legends" präsentiert sich als Genre üblicher Vertreter, der auf drei sehr gut ausbalancierte Völker setzt. Eine allen anderen überlegene Einheit ist im Spiel nicht zu finden, so dass immer für eine ausgewogene Mischung an Truppenarten gesorgt werden muss.

Die Vinics stützen sich dabei auf Maschinen aller Art, die aus der Feder des berühmten Leonardo da Vinci entsprungen sein könnten. Die Alins wiederum nutzen ihre magischen Kräfte, die Kampfkraft der Djiinns und Fabelwesen, während die Cuotl auf ihre Götzenwesen und Steinkrieger vertrauen.

Aufleveln nach erfolgreicher Mission
Zudem beeinflussen Helden mit ihren zusätzlichen Fähigkeiten, die von heilend bis zerstörerisch reichen, massiv den Ausgang einer Schlacht. Wobei nach einem siegreichen Feldzug, wie bei einem Rollenspiel, den Helden Erfahrungspunkte zugeteilt werden können, um eine ihrer Fähigkeiten weiter zu verbessern.

Das Aufbausystem der Basis unterscheidet sich von dem typischen Ablauf, denn in vielen Fällen ist die Hauptstadt bereits von Beginn einer Mission an existent. Vielmehr muss das Hauptaugenmerk auf die Erweiterung einzelner Bezirke gelegt werden, damit etwa die Truppenstärke erhöht werden kann. Diese Entscheidungen wollen mit Bedacht getroffen werden, da sie eine Menge Geld und Energie für die Umsetzung benötigen.

Der Monopoly-Aspekt
Im Verlauf einer Mission lassen sich auch neutrale Städte übernehmen, wobei mehrere Strategien angewandt werden können. Der diplomatische Spieler wird hierbei den Handel wählen und durch den Aufbau von Handelsrouten und mit etwas Geduld den freiwilligen Beitritt erleben. Die Trumps oder Gates legen einfach einen Haufen Geld auf den Tisch und kaufen kurzerhand die Stadt, während kriegerische Naturen ihre Truppen um sich scharen und kurzerhand einmarschieren.

Des weiteren müssen im Verlauf des Spiels unterschiedliche Provinzen eingenommen werden, um die nächste Mission, welche die Haupthandlung vorantreibt, präsentiert zu bekommen. Diese sind recht abwechslungsreich und reichen von simplen Eroberungsfeldzügen bis hin zu Befreiungsaktionen und Kämpfen gegen Zwischengegner.

Fast schon zu viel Taktik
Der sich reichlich bietende taktische Tiefgang ist dann auch zuweilen etwas zuviel des Guten. Vor allem Neulinge werden trotz des guten gemachten Tutorials, welches während der ersten Mission und wahlweise auch bei den folgenden die Spielelemente erklärt, zuweilen etwas überfordert sein.

Technisch ist "Rise of the Legends" State of the Art, sprich die Grafik ist opulent, detailreich und hervorragend animiert. Lediglich die Landschaften geben etwas Anlass zur Kritik, da sie ein wenig zu farbarm wirken. Auch die musikalische Untermalung sowie die Soundeffekte passen sehr gut zum Geschehen und sind von entsprechend hoher Qualität.

Editor und Multiplayer-Maps für die Zeit danach
Wer die Solokampagne erfolgreich bewältigt hat oder lieber selber kreativ tätig werden möchte, der darf in einem Editor selber Level gestalten. An die Multiplayerfans wurde seitens der Entwickler ebenfalls gedacht: Auf 42 gut gestalteten Karten darf gegeneinander gespielt werden.

Fazit: Big Huge Games ist mit "Rise of Legends" ein famoses Echtzeitstrategiespiel mit taktischem Tiefgang und toller Präsentation geglückt. Nur kleinere Mängel, wie etwas das Einheiten hier und an Objekten hängen bleiben anstatt herumzumarschieren, trüben die Spielfreude ein wenig. Allen Fans des Genres und jenen, die es noch werden wollen, kann "Rise of Legends" wärmstens empfohlen werden.

Plattform: PC (getestet)
Publisher: Microsoft
Krone.at-Wertung: 91%

von Harald Kaplan

Sonntag, 20. Juni 2021
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