11.06.2006 13:33 |

Schwere Vorwürfe

Soldaten sollen Zarqawi zu Tode getreten haben

Mit einer Autopsie wollen die US-Streitkräfte im Irak Gerüchten über den Tod des Al-Kaida-Chefs im Irak, Abu Mussab al-Zarqawi, entgegentreten. Zwei Experten des US-Militärs wurden in den Irak geflogen, um die genaue Todesursache festzustellen. Das Ergebnis der Untersuchung wird möglicherweise schon am Montag vorgelegt.

Zarqawi war nach US-Angaben entgegen ersten Darstellungen bei dem gezielten Luftangriff in der Nähe von Bakuba am Mittwoch nicht sofort ums Leben gekommen, aber kurz danach gestorben.

US-Soldaten sollen al-Zarqawi zu Tode getreten haben
Die Schilderung eines Irakers warf unterdessen Fragen über die Todesumstände Zarqawis auf. Der Mann sagte der Nachrichtenagentur Associated Press am Freitag, er habe gesehen, wie US-Soldaten eine verletzten Person getreten hätten, die Zarqawi ähnlich gesehen habe.

Der Mann, der sich Mohammed nannte, sagte weiter, die US-Soldaten hätten den Kopf des Mannes mit einem Gewand umwickelt und seien dann auf dem Bauch und der Brust des Verletzten herumgetrampelt, bis er tot gewesen sei. Die „Washington Post“ brachte eine ähnliche Schilderung des Irakers. Aussagen anderer Zeugen gibt es dazu allerdings nicht.

US-Militärs sollen ihn nicht lebend gesehen haben
Der verletzte Zarqawi wurde nach Darstellung der US-Streitkräfte von irakischen Soldaten aus den Trümmern seines bombardierten Verstecks gezogen und auf eine Trage gelegt. Beim Eintreffen der amerikanischen Soldaten sei er bei Bewusstsein gewesen, aber kurze Zeit später gestorben.

Rebellen kündigen weitere Gewaltakte an
Sunnitische Rebellengruppen kündigten im Internet indessen eine Fortsetzung ihres Kampfes an. Die Gruppe „Ansar al-Sunna“ veröffentlichte ein Video, in dem ihre Mitglieder drei Iraker verhören und später enthaupten. Zum Ende des Videos werden die Iraker davor gewarnt, sich den Sicherheitskräften anzuschließen.