Die Retter waren mit dem Taxi am Weg auf einen "Absacker". Was wäre passiert, wenn sie nicht am Unglücksort vorbei gekommen wären?
Dann hätten die beiden Insassen den Unfall wohl kaum überlebt. Im Ernstfall zählt jede Sekunde, vor allem die ersten zehn Minuten sind entscheidend. Besonders heikel ist es, wenn ein Unfall wie dieser um 3 Uhr Früh passiert, wo naturgemäß wenig Verkehr ist.
Vier Insassen konnten sich selbst befreien, klatschnass hielten sie das Taxi auf. Warum waren sie nicht in der Lage, ihre Freunde zu retten?
Sie befanden sich in einem totalen Ausnahmezustand, da sie das Trauma selbst miterlebt haben. In einem solchen Schockzustand ist kaum jemand in der Lage, Erste Hilfe zu leisten. Dafür dürfen sie auf keinen Fall verurteilt werden. Es war schon wichtig, dass sie das Taxi angehalten haben.
Jeder kann täglich in so eine Situation kommen. Welche Fertigkeiten braucht es als Ersthelfer und was kann man falsch machen?
Nichts zu tun ist definitiv das Schlimmste. Zumindest sollte man unverzüglich Einsatzkräfte alarmieren. In 99 Prozent der Fälle kommen die Notärzte zu spät zum Unfallort. Das Leisten von Erster Hilfe ist daher entscheidend in der Versorgungskette und rettet Leben.
Wie kann man sich als Laie auf derartige Notsituationen am besten vorbereiten?
Leider glauben viele, nie in eine solche Lage zu kommen. Das ist eine absolute Fehleinschätzung. Wichtig sind vor allem Grundkenntnisse in der Ersten Hilfe. Bei einem Kurs lernt man etwa, wie man eine Herz-Druck-Massage durchführt. Das ist jene Maßnahme, die oft lebensrettend sein kann.
Sie haben nahezu täglich mit Notfällen zu tun. Ihre persönliche Einschätzung bezüglich Zivilcourage in Tirol?
Ich habe mittlerweile schon alles erlebt - von eifrigen Ersthelfern bis hin zu Schaulustigen und welchen, die weggeschaut und fortgegangen sind. Grundsätzlich bin ich mit der Zivilcourage in Tirol relativ zufrieden - es könnte aber schon noch ein bisschen besser sein.
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