08.10.2015 10:00 |

Endlos-Skandal

1,6-Liter-VW-Diesel: Technische Lösung in 1 Jahr!

Wenn Volkswagen im Jänner mit dem Rückruf manipulierter Dieselfahrzeuge beginnt, wird das vorläufig wohl nur die Zweiliter-Motoren betreffen. Für die Motoren mit 1,6 Liter Hubraum gibt es hingegen noch nicht mal eine technische Lösung - die wird mindestens bis September auf sich warten lassen.

Davon seien in Europa 3,6 Millionen Fahrzeuge betroffen. "Daher wird man darüber noch zu reden haben, wie lange dann die entsprechende Umrüstungsphase auch dauert", sagte der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass die Rückrufaktion bis Ende 2016 beendet sein könnte - davon kann nun wohl nicht mehr die Rede sein.

Volkswagen hatte dem deutschen Kraftfahrt-Bundesamt fristgerecht einen Zeit- und Maßnahmenplan zur Bewältigung des Abgas-Skandals vorgelegt. Laut Dobrindt beinhalten die Unterlagen "sehr umfangreiche technische Detailerläuterungen" und auch rechtliche Ausführungen.

Die Rückrufaktion betrifft dem Minister zufolge Fahrzeuge mit Euro-5-Diesel-Motoren und 2,0 sowie 1,6 und auch 1,2 Liter Hubraum. Die neue Software für die 2-Liter-Autos solle noch im heurigen Jahr vorliegen und von Anfang 2016 an eingebaut werden. Zu den 1,2-Liter-Autos nannte Dobrindt keine Details.

Der Minister betonte, er gehe davon aus, dass VW in der Lage sei, das Problem technisch zu lösen. "Ob jede einzelne Maßnahme, die jetzt vorgeschlagen ist, geeignet ist dafür, müssen die Fachleute des KBA entsprechend entscheiden." Die Behörde will nun alles zügig prüfen, ihre Anordnungen würden vor allem "auch den zeitlichen Faktor betreffen".

Keine Kosten, aber eventuell weniger Leistung
VW habe zugesichert, dass den Kunden durch die Umrüstungen keine Kosten entstünden. Jedoch könnte die Umrüstung Motorleistung koste: VW-Chef Müller sagte, es sei wichtiger, "das CO2-Ziel zu halten und dafür vielleicht auf 3 bis 5 km/h Höchstgeschwindigkeit zu verzichten".

Behörde prüft auch Fahrzeuge anderer Hersteller
Das Kraftfahrtbundesamt prüft derzeit stichprobenartig auch Diesel-Autos anderer Hersteller auf etwaige Manipulationen bei den Abgaswerten. Nach Dobrindts Worten wird eine "höhere zweistellige Zahl von Fahrzeugen" unter die Lupe genommen. Der Ressortchef sagte, er gehe davon aus, dass die Ergebnisse in einigen Wochen als "Komplettbewertung" bekannt gemacht würden. Es mache keinen Sinn, "jetzt Einzelfahrzeuge, die wir abgeschlossen haben in der Bewertung, dann der Öffentlichkeit zu präsentieren". Zuvor hatte das Ministerium bereits mitgeteilt, dass die Ergebnisse für die Nachprüfungen an VW-Dieselfahrzeugen in den nächsten Tagen vorliegen sollen.

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