Pensionistin verärgert

Sparbuch verloren: Langes Warten auf Fundstück

Kärnten
31.01.2026 18:00

Sechs Tage musste Gabriela R. warten, bis ihr im Einkaufszentrum gefundenes und dort auch abgegebenes Sparbuch schlussendlich im Fundamt Villach gelandet ist – und sie es sich abholen durfte. Dabei hätte die Pensionistin dringend Geld benötigt. 

Schock für Pensionistin Gabriela R. jüngst nach einem Ausflug in ein Einkaufszentrum in Villach. „Als ich 20 Minuten später zuhause war hab’ ich bemerkt, dass mein Sparbuch nicht mehr in der Handtasche ist. Mir war auch klar, wo ich es wahrscheinlich ausgestreut habe“, schildert die 68-Jährige gegenüber der „Krone“. Also hat die Pensionistin umgehend im Einkaufszentrum angerufen.

Tatsächlich wurde es abgegeben. „Ich war überglücklich und wollte sofort wieder los, um es abzuholen. Aber die durchaus nette Dame am Telefon hat mir erklärt, dass sie mir nach Rücksprache das Sparbuch nicht aushändigen dürfe.“ Bei Gegenständen, die dem angeblichen Besitzer eindeutig zuzuordnen sind, könne man eine Ausnahme machen. „In dem Fall sei man aber verpflichtet, das Sparbuch im Magistrat abzugeben, wo ich es dann abholen könnte.“

Rechtlich völlig korrekt: Zum einen laut dem österreichischen Fundwesen, wonach das Sicherheitspolizei-Gesetz seit dem 1.2.2003 besagt, dass nicht mehr die Polizei, sondern der Bürgermeister für alle verlorenen oder vergessenen Sachen in seinem örtlichen Wirkungsbereich zuständig ist. Und zum anderen nach dem Bankwesengesetz.

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Erst im vergangenen Jahr hab’ ich auf einer Toilette eine Brieftasche mit 1700 Euro gefunden. Die hab’ ich selbstverständlich gleich zur Polizei gebracht.

erzählt Pensionistin Gabriela R. (68)

„Demnach hätten auch wir das Sparbuch nicht ausgehändigt, wäre es bei uns auf der Dienststelle gelandet“, bestätigt ein Polizeibeamter gegenüber der „Krone“. „Im Regelfall bringen wir Gegenstände aber schnellst möglich, spätestens am nächsten Tag, zum Fundamt.“ Anders im Fall der Pensionistin: „Mir wurde vom Einkaufszentrum erklärt, dass sie die Fundgegenstände sammeln und nur einmal pro Woche abliefern. Stets montags – und ich habe das Sparbuch am Dienstag verloren.“

Zahlung für Beerdigung der Schwester musste warten
Womit die 68-Jährige sechs Tage warten musste, bis sie wieder ans Sparbuch, und somit an ihr Geld kommt. Welches sie aber dringend benötigte – denn: Sie hätte die Anzahlung für die Beerdigung ihrer Schwester leisten müssen, die wenige Tage nach dem Sparbuch-Verlust verstorben ist. „Ich habe dem Bestatter meine Lage erklärt, und dieser zeigte sich verständnisvoll und kulant.“

Am Ende dauerte es schließlich exakt 14 Tage, bis Gabriela R. wieder Zugriff auf ihr Erspartes hatte. Denn als das Sparbuch nach sechstägigem Aufenthalt im Einkaufszentrum dann im Fundamt gelandet ist (Luftlinie rund zwei Kilometer entfernt), musste sie sich einer Operation unterziehen – und war dadurch eine Woche außer Gefecht gesetzt.

„Deprimiert sein bringt dich nicht weiter“
Als hätte die Pensionistin aus Weißenstein in den vergangenen Monaten nicht genug durchmachen müssen. „Im November ist mein Mann verstorben, im Jänner meine Schwiegermutter – und jetzt meine Schwester“, so die 68-Jährige, die dennoch versucht, stets mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen. „Nur deprimiert sein und weinen bringt dich nicht weiter.“

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