Komission überprüft

Nun Generalmajor im Kreuzfeuer

Nach der Watschenaffäre seines Stellvertreters kommt nun Oberösterreichs Militärkommandant höchstpersönlich ins Kreuzfeuer der Kritik: Generalmajor Kurt Raffetseder soll Generaldirektoren auf Regimentskosten mit Heereshelikoptern zu Jagdgesellschaften und Festveranstaltungen geflogen haben. Die Kommission ermittelt.

Da gibt es vieles zu hinterfragen, meint der SP-Nationalratsabgeordnete Anton Gaal, der Vorsitzende der Parlamentarischen Beschwerdekommission, die eine Reihe von Vorwürfen in der Kaserne Hörsching untersucht hat: Oberösterreichs Militärkommandant sei bei den Befragungen in einen Argumentationsnotstand geraten. Nun soll geprüft werden, wen der Generalmajor im Hubschrauber mitgenommen hat. Genannt wurden zwei Generaldirektoren zweier Großunternehmen, die Partner des Bundesheeres sind. Der eine ist Jagdkamerad des Militärchefs und seiner Ehefrau: Die gemeinsamen Jagdausflüge wurden als Übungsflüge registriert, lautet der jüngste Vorwurf.

Acht frühere Vorwürfe gegen Offiziere und Unteroffiziere kamen aus der Militärpolizei, die mit den Fällen von Sex und Gewalt in der Hörschinger Kaserne betraut war. Der Aufdecker der Missstände nannte sich Rekrut Müller, doch die Betroffenen verdächtigen einen Unteroffizier, der mit seinen Enthüllungen eigentlich einem verhassten Oberstleutnant eins auswischen wollte.

Die Stimmung in Hörsching ist inzwischen so schlecht, dass Soldaten den Befehl verweigerten, eine Hercules für den Abflug vorzubereiten: Eine Art befristeter Warnstreik gegen Vorgesetzte . . .

 

 

Foto: Militärkommando

Montag, 17. Mai 2021
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