Di, 11. Dezember 2018

Am eigenen Leib

25.09.2015 17:34

So lernen junge Pfleger das Altern

Die Langzeitpflege älterer Patienten erfordert vor allem eines: Einfühlungsvermögen. So lernen junge Pfleger das Altern.

Der Rücken ist gekrümmt, die Gelenke steif. Eine spezielle Brille  trübt die Sicht, der linke Ellenbogen lässt sich nicht mehr richtig abwinkeln. Pflegeschülerin Isabella ist nur wenige Minuten in den "Alterssimulator" der Krankenpflegeschule am SMZ Ost geschlüpft. Und stöhnt bereits. "Man sieht schlecht, hört fast nichts. Die paar Meter am Gang waren schon mühsam."

Bewusstsein schaffen für die Leiden älterer Menschen. Das steht für Direktorin Michaela Dorfmeister ganz oben auf dem Lehrplan. "Junge Menschen im Spital haben meist eine einzelne Krankheit. Ältere Menschen jedoch kommen oft mit einer Vielzahl von Problemen zu uns, auf die wir individuell eingehen müssen."

Mehr Zeit zum Kennenlernen
Für Alexandra, 21, liegt genau darin der Reiz der Langzeitpflege. "Mit älteren Patienten kann man mehr Zeit verbringen als auf Intensivstationen. Man baut eine stärkere Beziehung auf."  Eine besondere Herausforderung sind Demenzstationen. Die Patienten verstehen oft nicht, was passiert, warum sie behandelt werden müssen. Doch auch dort lassen sich - mitunter mit pelzigen Hilfsmitteln - gute Erfolge erzielen.

"Mit älteren Patienten hat man viel Zeit zum Üben. Und es gibt kaum etwas Schöneres, als zu sehen, wie Menschen verloren geglaubte Fähigkeiten zurückerlangen", schwärmt Alexandra.

Lernen mit Simulationspatienten
Nicht nur an lebensechten Puppen, sondern auch an sogenannten Simulationspatienten lernen Schüler der Diplompflegeausbildung, wie sie sich in einer Beratungssituation professionell verhalten. Dabei spielt eine Person anhand eines vorher festgesetzten "Regieheftes" einen Patienten mit einem bestimmten Leiden. Der Pfleger kümmert sich um die Person und wird dabei gefilmt, per Videoanalyse wird anschließend die Beratung besprochen.

"Paro" nach Tsunami-Katastrophe im Pflegeeinsatz
Als japanische Forscher 2011 einen Weg suchten, traumatisierte Kinder nach Fukushima aus ihrem Schock zu holen, erfanden sie kurzerhand die Roboter-Robbe "Paro". Diese reagiert auf Stimmen und Bewegungen und wurde im Rahmen  eines schulautonomen Projektes auch auf der Demenzstation im Pflegewohnhaus Donaustadt eingesetzt.  Pflegeschüler Richard berichtet dabei von guten Erfolgen. "Die Patienten kommunizierten plötzlich wieder", so Richard. "Das Kindchen-Schema der Robbe löste positive Emotionen aus."

Lesen Sie auch:

Und demnächst in unserer Serie "Job der Zukunft - Wege in den Pflegeberuf": Mit angehenden Krankenpflegern auf Besuch in einem Pflegewohnhaus

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Zweite deutsche Liga
Bochum unterlag St. Pauli trotz Hinterseer-Tor 1:3
Fußball International
Neues Disziplinproblem
„Skandal-Nudel“ Dembélé verschläft Barca-Training!
Fußball International
Champions League
Liverpools Klopp beschwört „Geister von Anfield“!
Fußball International
„Brauchen Knipser!“
Rapid: Wieso funktionieren die Stürmer hier nicht?
Fußball National
50-Jahr-Jubiläum
Hausbau mit Ytong - immer ein Gewinn!
Bauen & Wohnen
Ermittlung gegen Ärzte
Hätte Italo-Fußballer Astori nicht sterben müssen?
Fußball International
Steine und Holzstücke
Drei Asylwerber ließen Zug beinahe entgleisen
Oberösterreich
„Nieder mit Regierung“
Sozialistische Jugend: Auf Linie mit „Gelbwesten“
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.