22.05.2006 13:10 |

Luftangriff

Mehr als 70 Tote durch US-Angriff in Afghanistan

Beim jüngsten US-Angriff in der südafghanischen Provinz Kandahar sind nach offiziellen afghanischen Angaben mindestens 77 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien 16 Zivilisten und mehr als 60 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban, sagte der Gouverneur von Kandahar, Asadullah Khalid, am Montag. Weitere 15 Zivilisten seien verletzt worden. Zu den Opfern unter der Zivilbevölkerung sei es gekommen, weil sich die Rebellen in deren Häusern verschanzt gehabt hätten. Die amerikanischen Streitkräfte in Afghanistan hatten am Montag von mehr als 50 "unbestätigten" Todesopfern gesprochen, die durchweg Taliban-Kämpfer gewesen seien.

"Diese Individuen waren aktive Mitglieder des Taliban-Netzes und haben sowohl Koalitions- wie afghanische Truppen als auch Zivilisten angegriffen", hieß es in einer Mitteilung der US-Streitkräfte. Fünf Rebellen seien gefangen genommen worden. Ein Augenzeuge berichtete, US-Kampfhubschrauber und Flugzeuge hätten in der Nacht zu Montag gegen 23.00 Uhr ein Dorf im Distrikt Panj Wayee angriffen.

Im Süden Afghanistans war es bereits vergangene Woche zu heftigen Gefechten gekommen, die zu den schwersten seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 gehörten. Seit vergangenem Mittwoch kamen bei Anschlägen und Kämpfen in Afghanistan rund 200 Menschen ums Leben.

Die US-Armee teilte am Montag weiter mit, bei einer Operation in der südafghanischen Provinz Urusgan sei ein Taliban-Kommandeur gefangen genommen worden. Mullah Mohibullah sei unter anderem für einen Hinterhalt verantwortlich, bei dem ein US-Soldat getötet und mehrere andere verletzt wurden.