So, 16. Dezember 2018

Mikl-Leitner:

07.09.2015 21:02

"Das war brutal, wie die da hineingepfercht waren"

Mit der Öffnung der Grenzen für Flüchtlinge wollen Österreich und Deutschland nicht nur ein Zeichen der Menschlichkeit setzen, auch den Schleppern soll ihr kriminelles Handwerk so schwer wie möglich gemacht werden. Denn nicht erst seit dem tragischen Fall mit 71 toten Migranten im Burgenland ist klar: Die Menschenschmuggler schrecken vor nichts zurück. Die Regierung will jetzt verstärkte Maßnahmen gegen die Schlepper setzen, wie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nun auch dem deutschen "Spiegel" erklärte.

71 Flüchtlinge ersticken qualvoll in einem Lkw, 24 junge Afghanen werden in letzter Minute von der Polizei befreit - nur zwei Fälle, in denen deutlich wird, wie brutal die Menschenschmuggler vorgehen. Mit verstärkten Kontrollen und mehr Beamten will Innenministerin Mikl-Leitner gegen die Schlepper vorgehen, wie sie jetzt im "Spiegel"-Interview erklärt: "Wir retten Leben, indem wir die Schlagzahl der Kontrollen erhöht haben."

Die Ministerin macht sich auch selbst ein Bild von der Arbeit ihrer Ermittler: "Ich habe mir da den Wagen angesehen, den unsere Kontrolleure als Schlepperfahrzeug identifizierten. Ein Fahrzeug, mit dem 24 junge afghanische Männer geschmuggelt worden waren. Das war brutal, wie die da hineingepfercht wurden, von außen mit Eisenstangen verriegelt, vergittert, verschweißt - die dort rauszuholen, das war Lebensrettung in letzter Minute, buchstäblich."

"Müssen den Schleppern die Grundlage entziehen"
Der Ministerin ist aber auch klar, dass mit Kontrollen alleine die Probleme nicht gelöst werden - zumal die Schlepper ihre Routen variieren können: "Wir müssen den Schleppern mittelfristig die Grundlage für ihre Verbrechen entziehen." Das in Österreich entwickelte "Save Lives"-Konzept sieht vor, dass Menschen, die ein Recht auf Asyl haben, an den EU-Außengrenzen über Anlaufstellen des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR aufgenommen und geprüft werden. Die Asylberechtigten werden über ein Quotensystem in Europa verteilt.

Parallel müsse man auch bei der Ursachenbekämpfung für Migration ansetzen, so Mikl-Leitner: "Kriege befrieden, die Lebensgrundlagen stärken, in den Flüchtlingslagern ansetzen. Da werden wir viel, viel Geld in die Hand nehmen müssen, das wird Jahre dauern." Hierbei sei auch Europa gefordert, so die Ministerin. Denn für sie steht fest: "Es können nicht alle kommen."

Lesen Sie auch:

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Grazer Erfolgslauf
„Macht mich stolz“ - Sturm mit Lächeln in Urlaub
Fußball National
Million für Innovation
Kurz: Engagement für „Chancenkontinent“ Afrika
Österreich
Zustimmung bei Wählern
SPÖ fordert Abschaffung von Steuer auf Mieten
Politik
Nach Weihnachtsfeier
Betrunkener randaliert, wälzt sich nackt im Schnee
Oberösterreich
Lustig oder peinlich?
Gabalier: „Chefredakteure als Esel und Ochse“
Video Musik
Reaktionen nach Sturz
Die Ski-Welt leidet mit verunglücktem Gisin
Wintersport
Harald Lechner
Derby-Schiri: Dreimal Gelb-Rot für Grün-Weiß
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.