Gras gegen Krebs

Deutscher Unternehmer verurteilt

Ausland
15.05.2006 16:48
Mit selbst angebautem Marihuana hat ein Unternehmer aus Möhnesee in Nordrhein-Westfalen das Krebsleiden seiner Frau lindern wollen. Wegen der Cannabisplantage im Keller, und weil er Drogen an Angehörige weiterer Krebspatienten verkauft hatte, wurde der 57-Jährige zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht stimmt zwar zu, dass die Droge helfen kann, Anbau und Verkauf sind aber weiterhin strafbar.

"Ich habe gewusst, dass es nicht gesetzeskonform ist", sagt der Mann. Aber der Deutsche hat seine verstorbene Frau so sehr geliebt, dass er seine Liebe über das Gesetz gestellt hat. Seine Frau sei von schulmedizinischen Morphium-Präparaten "immer in einem Dämmerzustand" gewesen. Tees und Zigaretten mit Marihuana hätten ihr besser geholfen, sie habe wieder Appetit gehabt, ihre Angstzustände verloren und Lebensqualität zurückgewonnen. Nach dem Tod seiner Frau, hätten ihn Angehörige anderer Kranker angesprochen. Deshalb habe er die Zucht im Keller nicht aufgegeben.

1,5 Kilo Marihuana im Keller
Im vergangenen Frühjahr hatten Ermittler die Plantage mit rund 100 Pflanzen und 1,5 Kilo Marihuana entdeckt. Es fanden sich auch Unterlagen, auf denen der Mann Drogenverkäufe dokumentiert hatte. Der Richter zeigte Verständnis dafür, dass der Mann seiner Frau helfen wollte. "Aber dass Sie nach ihrem Tod weitergemacht haben, stößt übel auf."

"Droge scheint zu helfen."
Auch die Staatsanwältin zeigt Verständnis: "Die Droge scheint Krebskranken wirklich zu helfen.". Auch im Internet gibt es viele Foren Betroffener dazu. Sie kritisiert die Ärzte, die ein Medikament mit dem Cannabis-Wirkstoff THC "offenbar nur zurückhaltend verschreiben". 

Anklagevertretung zeigt sich verständnisvoll
Die Anklagevertreterin konnte auch nachvollziehen, dass die Kunden des 57-Jährigen anscheinend mehr genommen hätten als unbedingt nötig, um auch die "stimmungsaufhellende Wirkung" mitzunehmen. "Warum denn auch nicht", sagte sie. 

Symbolfoto

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