09.05.2006 17:00 |

Unverletzt geborgen

Bergleute nach zwei Wochen gerettet

Zwei verschüttete australische Bergleute sind nach zwei scheinbar endlosen Wochen unter der Erde lebend geborgen worden. Die geretteten Kumpel blieben noch eine Stunde unter Tag, bevor sie an die Oberfläche geholt und unter dem Jubel erleichterter Familienangehöriger und Schaulustiger ins Krankenhaus gebracht wurden. Ein Sprecher der Bergwerksgewerkschaft sagte, die Männer seien in "bemerkenswert guter Verfassung."

Nach 300 Stunden wieder an der frischen Luft, umarmten die Kumpel freudestrahlend Familienmitglieder und Freunde. Im Krankenwagen gaben sie bereits erste Interviews und dankten ihren Rettern. Fernsehsender unterbrachen am ihre Programme für die Rettungsnachricht, das Martinshorn eines Feuerwehrwagens machte die Bewohner von Beaconsfield aufmerksam. Hunderte Menschen säumten daraufhin die Straßen der Stadt, um einen Blick auf die Geretteten zu erhaschen.

Die beiden dreifachen Familienväter Todd Russell (34) und Brant Webb (37) waren am 25. April in der Beaconsfield-Goldmine auf der südaustralischen Insel Tasmanien in rund einem Kilometer Tiefe von der Außenwelt abgeschnitten worden, als ein leichtes Erdbeben einen Steinschlag ausgelöst hatte. Ein dritter Bergmann starb bei dem Unglück. Er soll am Dienstag beerdigt werden. Das Begräbnis war verschoben worden, um den beiden Geretteten die Möglichkeit zu geben, an ihm teilzunehmen.

Retter hatten in den vergangenen Tagen einen 16 Meter langen Tunnel zu den Bergmännern gegraben. Am Wochenende wurden sie auf den letzten Metern aufgehalten, als sie auf extrem hartes Gestein stießen. Um einen weiteren Einsturz zu vermeiden, mussten die Retter Handbohrer einsetzen, um das Gestein zu durchschlagen, das fünf Mal so hart ist wie Beton. Abwechselnd bediente dabei jeweils ein Bergmann auf dem Rücken liegend ein 40 Kilogramm schweres Bohrgerät, das er über seinem Kopf hielt.

Bilder der Rettung gibt's rechts in der Linksbox!