18.07.2015 17:00 |

Umstrittene Geste

Rekrut unter Verdacht: IS-Alarm beim Bundesheer

Eine mutmaßliche IS-Geste bei einer offiziellen Bundesheer-Feier in der Maria-Theresien-Kaserne in Wien-Hietzing hatte ein Nachspiel: Ein Rekrut streckte auf einem Foto mit Wiens Militärkommandant Kurt Wagner und dem neuen Imam den Zeigefinger aus. Das Abwehramt ermittelte gegen den Soldaten. Der Verdacht, es könne sich um einen potenziell gefährlichen Extremisten handeln, erhärtete sich aber nicht.

Die Attentäter von Paris zeigen ihn, die IS-Schlächter in Syrien und auch ein österreichischer Grundwehrdiner auf einem Foto mit seinem Militärkommandanten in einer Wiener Kaserne: Der emporgereckte Zeigefinger - eine Geste, die auch Salafisten bei der Koranverteilung verwenden - symbolisiert den Glaubenssatz "Wir sind die einzig wahren Muslime" und soll Ungläubige vor Allah warnen.

Ermittlungen gegen Rekrut
Doch das vermeintliche Terrorsymbol von Al-Kaida- und IS-Barbaren ist auch beim Gebet in der Moschee gebräuchlich und wird von Fanatikern für ihre Zwecke und abscheuliche Handlungen missbraucht, die auch den Muslimen generell zutiefst zuwider sind.

Nach der Veröffentlichung des Fotos in türkischen Medien - das Gruppenbild entstand bei dem offiziellen Festakt anlässlich der Bestellung eines neuen Imams für die Soldaten in der Gardekaserne vor einem Monat - ermittelte das Heeresnachrichtenamt laut dem Nachrichtenmagazin "profil" gegen den streng gläubigen bosnischstämmigen Rekruten.

Kein radikaler Hintergrund
"Wir können einen radikalen Hintergrund ausschließen. Die Posse hat für den Soldaten keine Konsequenzen, es geht von ihm keine Gefahr aus", klärt Brigadier Kurt Wagner gegenüber der "Krone" auf.

In Wien ist bereits jeder fünfte Rekrut Muslim. Der Spionagedienst des Bundesheers überprüft in Verdachtsfällen automatisch auf terroristische Tendenzen.

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