Mi, 15. August 2018

Flüchtlingsdramen

20.06.2015 13:23

Juncker kritisiert Tatenlosigkeit der EU-Staaten

Vor dem EU-Gipfel in der kommenden Woche, bei dem es auch um die Flüchtlingskrise gehen wird, übt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heftige Kritik an den Staats- und Regierungschefs der Union. "Es reicht nicht, abends vor den Fernsehschirmen zu weinen, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken, und am nächsten Morgen im Rat eine Gedenkminute abzuhalten", sagt Juncker in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Die EU-Kommission werde trotz des Widerstandes in vielen Hauptstädten an den Plänen für eine verpflichtende Quote zur Verteilung von Flüchtlingen festhalten, kündigt Juncker an. "Auch wenn uns der nächste Europäische Rat in die Schranken weist, werden wir das Feld nicht räumen."

Luxemburgs Premier: "Solidarität schnell verpufft"
Auch Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel, der im Juli die halbjährliche EU-Ratspräsidentschaft übernimmt, kritisierte seine Kollegen im Europäischen Rat. Die anfangs gezeigte Solidarität nach den Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer sei "in den letzten Wochen schnell verpufft", sagte Bettel. "Wenn der Ratspräsident mit dem Taschenrechner ausrechnen muss, ob überhaupt eine Mehrheit für Solidarität mit den Flüchtlingen zusammenkommt, dann schäme ich mich."

Weltweit befinden sich nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 60 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte davon Kinder. Am Samstag ist Weltflüchtlingstag. Die EU-Außenminister beraten am Montag über die Flüchtlingsproblematik, die auch beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag auf der Tagesordnung steht.

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