18.06.2015 15:02 |

"Wir müssen reden"

Wien: Schwedenplatz-Plan stößt auf viel Skepsis

Die neuen Umbaupläne für den Wiener Schwedenplatz sind jetzt das Hauptthema der Stadtpolitik: Bürgermeister Michael Häupl sieht das Projekt von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou "mit Skepsis", ÖVP und FPÖ finden - wenig überraschend - einige Kritikpunkte.

"Wir müssen darüber reden", meint Häupl in einer ersten Reaktion zum in der "Krone" detailliert präsentierten Modernisierungsplan für den Schwedenplatz. Der Bürgermeister ist skeptisch: "Dass auf einer Hauptdurchzugsroute der Stadt eine Abbiegespur wegkommt, wird nicht möglich sein." Schon jetzt - mit vier Geradeaus-Fahrspuren plus den Abbiegespuren - ist der Kai untertags fast immer verstaut.

"Die gute Idee einer Modernisierung darf nicht zulasten der Autofahrer gehen", erwartet sich Häupl jetzt dazu konstruktive Gespräche mit Vassilakou. Wie berichtet, sieht das Konzept vor, die Linksabbiegespur am Kai zu den Donaukanalbrücken aufzulassen - zugunsten eines drei Meter breiten Radwegs.

Kritik von ÖVP und FPÖ
"Was soll das bitte bringen, noch eine Spur wegzustreichen?", fragt sich ÖVP-Chef Manfred Juraczka. Außerdem soll nicht nur eine 300 Millionen Euro teure Tunnelvariante, sondern eine günstigere Unterflurtrasse, bei der die Fahrbahn deutlich geringer abgesenkt wird, durchkalkuliert werden.

FPÖ-Verkehrssprecher Toni Mahdalik sieht ebenfalls Mängel im Vassilakou-Plan: "Aber zur Streichung der Abbiegespur wird's nicht mehr kommen. Ab 11. Oktober sind die Grünen nicht mehr in der Stadtregierung. Schluss mit den Schikanen gegen Autofahrer!"

Vassilakou strebt Konsens an
Für Vizebürgermeisterin Vassilakou ist die Kritik "so nicht nachvollziehbar": "Es bleiben doch vier Geradeaus-Fahrstreifen. Es geht nur um die Abbiegespuren. Die Verkehrsexperten der Stadt sehen da kein Problem."

Und sie möchte mit dem Bürgermeister einen Konsens finden: "Klar rede ich mit ihm. Bei einem Projekt dieser Dimension kann es keine einsamen Entscheidungen geben." Und der ÖVP richtet Vassilakou aus: "Ich darf daran erinnern, dass die ÖVP-Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel sagte, dass sie keine 'Pimperl-Lösung' möchte."

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