Krisenherd Irak

Blutvergießen im Irak geht weiter

Ausland
27.04.2006 14:47
Die US-Regierung legt sich nicht auf einen Zeitplan für den Abzug ihrer Truppen aus dem Irak fest, wo das Blutvergießen unvermindert weitergeht. Bei einem Bombenanschlag auf einen ausländischen Truppenkonvoi in Nassiriya sind am Donnerstag vier Soldaten, drei Italiener und ein Rumäne, getötet worden. Eine Schwester des neuen irakischen Vizepräsidenten Al-Hashemi fiel einem Mordanschlag zum Opfer.

Der Anschlag auf den Militärkonvoi in Nassiriya wurde mittels eines am Straßenrand versteckten Sprengsatzes ausgeführt. In der Gegend sind rund 2.600 italienische Soldaten stationiert, von denen einschließlich der drei Opfer vom Donnerstag bisher 30 getötet wurden. Erstmals kam auch ein rumänischer Soldat ums Leben. Bukarest hat 860 Mann für die multinationale Irak-Truppe abgestellt.

Die Demokraten im US-Kongress streben eine parlamentarische Anhörung zum Wiederaufbau des Irak an. Sie werfen der Regierung von Präsident Bush vor, an einer verfehlten Politik festzuhalten, bei der Steuergelder verschwendet würden.

Der designierte Premier Maliki bat die schiitischen Religionsgelehrten um Hilfe bei der Terrorbekämpfung. Der stellvertretende Vorsitzende der Dawa-Partei sagte am Donnerstag: "Vor uns liegt eine große Aufgabe und wir brauchen die Religionsgelehrten bei der Bekämpfung des Terrorismus und der Korruption an unserer Seite." Zur Frage der Milizen, über die er am Vortag mit US-Außenministerin Rice gesprochen hatte, sagte Maliki, Waffen dürfe es nur in den Händen von Repräsentanten des Staates geben.

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