Mo, 20. August 2018

Palast verteidigt

06.06.2015 12:11

Erdogan: "Küchenschaben im Amtssitz des Premiers"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat seinen umstrittenen neuen Präsidentenpalast mit dem Argument verteidigt, dass in seinem früheren Amtssitz als Premier Küchenschaben herumgelaufen seien.

"Als ich das Amt des Ministerpräsidenten übernommen habe, sind Küchenschaben in den Toiletten des Amtssitzes herumgelaufen. Ist so ein Ort würdig für den Ministerpräsidenten der Türkischen Republik? Würden sie dorthin Gäste einladen? Was würde geschehen, wenn dann jemand berichtet, was er dort gesehen hat?", erklärte Erdogan Freitagabend in einem Fernsehinterview, wie die Zeitung "Today's Zaman" berichtete.

Die dem im Exil in den USA lebenden türkischen Prediger und Erdogan-Rivalen Fetullah Gülen nahestehende Zeitung wies darauf hin, dass der Präsident das türkische Wort "karafatma" für Küchenschaben verwendet habe. Fromme Muslime, so das Blatt, würden dieses Wort nicht verwenden, weil darin der Name der Tochter des Propheten Mohammed, Fatima (türkisch: Fatma), neben dem Wort für "schwarz" (kara) enthalten sei.

Umstrittener Palast in Ankara zu Schwarzbau erklärt
Erdogans im Vorjahr fertiggestellter "Weißer Palast" (Ak Saray) in Ankara ist unter anderem wegen seiner hohen Kosten umstritten. Der Bau des auf einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern errichteten Gebäudes kostete den türkischen Steuerzahler rund eine halbe Milliarde Euro. Kritiker werfen Erdogan deshalb Prunksucht vor. Der Präsident spricht dagegen von einem Amtssitz, der für ein bedeutendes Land wie die Türkei angemessen sei. Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hatte kürzlich den umstrittenen Palast offiziell zum Schwarzbau erklärt, da keine Baugenehmigung vorgelegen sei.

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