US-Behörde stimmt zu
NGOs entsetzt: Fördert Shell bald Öl in Arktis?
Shell bemüht sich schon seit Jahren um die Erlaubnis, an die kostbaren Bodenschätze zu kommen. Der Konzern will in der Tschuktschensee, 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwestküste Alaskas, an bis zu sechs Stellen in relativ flachem Wasser bohren.
"Entscheidung setzt Gesundheit des Planeten aufs Spiel"
Der Plan ist höchst umstritten. "Diese Entscheidung stellt das große Ölgeschäft über die Menschen und setzt die Tier- und Pflanzenwelt der Arktis - und die Gesundheit unseres Planeten - aufs Spiel", kommentierte die Umweltschutzorganisation Earthjustice. "sHellNO", eine lokale Kampagne aus Seattle, will ab Samstag unter dem Motto "You Shell not Pass!" (in abgewandelter Form: Du wirst nicht durchkommen) Tausende Mitstreiter für einen dreitätigen Protest mobilisieren.
Susan Murray von der Organisation Oceana sagte: "Es gibt keine bewährte Methode, einer Ölpest im eisigen arktischen Wasser zu begegnen." Das Vorhaben sei riskant und unausgereift. Im April 2010 hatte eine Explosion der von Shells Mitbewerber BP betriebenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" die schlimmste Ölkatastrophe aller Zeiten verursacht. Elf Menschen kamen ums Leben, Hunderte Millionen Liter Öl flossen in den Golf von Mexiko und richteten massive Schäden an.
Shell will im Sommer mit Projekt beginnen
Shell-Sprecher Curtis Smith teilte mit, dass die Zustimmung "das Vertrauen, das die Aufseher in unseren Plan haben", zeige. Aber es sei zwingend, dass die ausstehenden Genehmigungen, an denen die endgültige Zulassung hänge, rechtzeitig geliefert würden. Shell will im Sommer mit dem Projekt beginnen. Die zuständige US-Behörde BOEM (Bureau of Ocean Energy Management) betonte, sich die Entscheidung nicht einfach gemacht und die Risiken gut abgewogen zu haben.
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