"Ich lasse mir meinen Arteser nicht zubetonieren." Diese Botschaft fand sich auf einem Plakat, aber auch auf allen roten Fähnchen, die an die Anwesenden ausgeteilt wurden. Das Land Steiermark will ja so viele Arteserbrunnen (bei ihnen steigt das Wasser von selbst auf) wie möglich verschließen, da seiner Meinung zu viel des wertvollen Tiefgrundwassers durch defekte Rohre verloren geht. Etwa 1600 Arteserbrunnen gibt es noch in der Steiermark.
ÖVP wird Rute ins Fenster gestellt
Die Betroffenen wehren sich wortreich. Da ist am Sonntag von "Willkür", "Enteignung" und "Drüberfahren" die Rede, immer wieder gibt es kräftigen Applaus. Zu Wort melden sich unter anderem ein Tiefbohrtechniker, ein pensionierter Schuldirektor, ein Rechtsanwalt, der Leiter des Altenmarkter Theaters, ja sogar ein Landesbeamter. Moderator Johann Fabian aus Altenmarkt bei Fürstenfeld betont: "Wir machen keinen Radau, wollen nur in Ruhe gelassen werden. Wenn notwendig, fahren wir aber auch einmal alle nach Graz…"
ÖVP-Landesrat Hans Seitinger wird in einem offenen Brief die Rute ins Fenster gestellt: "Wir denken genau nach, ob man die ÖVP bei der kommenden Wahl wählen soll." Durch das Zubetonieren von Brunnen und den Eingriff in rechtsgültige Bescheide würde die Partei ihre Glaubwürdigkeit verlieren.
Seitinger: "Behandeln alle gleich"
Bereits im Vorfeld hatte Seitinger die weitere Vorgehensweise des Landes dargelegt. Gemeinde für Gemeinde sollen in den kommenden sieben Jahren die Brunnen untersucht werden. Als Sanierungsmethode soll, wie von den Brunnenbesitzern vorgeschlagen, ein Kunststoffrohr in das bestehende (löchrige) Rohr eingeschoben werden. Die Zertifizierung für das dafür notwendige Material ist im Laufen.
Allerdings ist die Rohr-in-Rohr-Technik laut Seitinger nur für einen kleinen Teil der Arteser durchführbar. Der große Rest soll mit Zement verschlossen werden; diese Maßnahme wird vom Land mit 70 Prozent gefördert. Ein möglicher Neubau des Brunnens wird mit weiteren 20 % gefördert. Seitinger: "Wir behandeln alle gleich. Ob ein wasserrechtliche Genehmigung vorliegt oder nicht, ist unerheblich."
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.