So, 19. August 2018

Hohe Strahlungswerte

14.04.2015 12:15

Roboter liefert erste Bilder aus Fukushima-Reaktor

Es sind gespenstisch anmutende Aufnahmen: Ein Roboter hat jetzt erstmals Bilder aus dem tiefsten Inneren eines der Unglücksreaktoren in der Atomruine von Fukushima geliefert. Nach Angaben des Betreibers Tepco wurden dabei im Sicherheitsbehälter des zerstörten Reaktors Nummer 1 nahe einer Öffnung zum Tiefgeschoß keine größeren Hindernisse gesichtet. Das gilt als positives Zeichen für die weitere Suche nach den geschmolzenen Brennstäben.

Der Reaktor ist einer von drei, in denen als Folge des Erdbebens und Tsunamis vom 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen war, was in Reaktor eins bis drei zu Kernschmelzen führte. Es war das schlimmste Atomunglück in der Geschichte Japans. Wegen der weiterhin extrem hohen Strahlung können keine Menschen ins Innere der Unglücksreaktoren vordringen. Auch vier Jahre nach der Katastrophe weiß deshalb niemand, wo sich der in den Reaktoren geschmolzene Brennstoff genau befindet.

Tepco hatte daher nun erstmals den Roboter hineingeschickt, der jedoch schon nach wenigen Stunden stecken blieb. Der Betreiber gab das ferngesteuerte Gerät daraufhin auf. Die vom Roboter gemessene Strahlendosis erreichte bis zu 9,7 Sievert pro Stunde. Ein Mensch würde bei einer solchen Strahlung innerhalb einer Stunde sterben. Die Temperatur lag den Angaben zufolge zwischen 17,8 und 20,2 Grad Celsius.

Experiment soll "Schatten" des Brennstoffs sichtbar machen
Um die Lage im Inneren zu erkunden, begannen Wissenschaftler auch mit einem anderen Experiment, bei dem sie mithilfe kosmischer Strahlen durch die Reaktoren "hindurchschauen" und "Schatten" des Brennstoffs ausmachen wollen - ähnlich wie bei Röntgenaufnahmen. Solche sogenannten Myonen werden auch in der Vulkanforschung und bei der Suche nach geheimen Kammern in Pyramiden eingesetzt.

Tepco und die japanische Regierung hoffen, 2020 mit der Bergung des Brennstoffs beginnen zu können. Die Säuberung des gesamten Fukushima-Werks dürfte sich allerdings über Jahrzehnte hinziehen. Tepco geht von mindestens 40 Jahren für die Arbeiten aus. Die Internationale Atomenergiebehörde hatte im Februar erklärt, Japan habe "bedeutende Fortschritte" gemacht, die Situation sei aber weiterhin "sehr komplex".

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