Die Rede könnte hierbei von Ronaldo de Assis Moreira, besser bekannt als Ronaldinho, der die Zuschauer in Barcelona ob seiner atemberaubenden Tricks regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hinreißt, sein, oder aber auch von einem Henry, Robinho oder Zidane.
Genau auf diese schillernde Facette des Fußballs zielt die "Fifa Street"-Reihe ab, bei der es kein langweiliges, taktisches Ballgeschiebe und am Ende von lähmenden 90 Minuten ein 0:0 gibt. Denn auch im 2. Teil geht so richtig die Post ab, wenn um die Wette getrickst wird. Zudem stört auch kein lästiger Unparteiischer mit Foulpfiffen oder gar gelb-roten Karten wegen Tragens eines Freundschaftsarmbandes.
Auf den kleinen Spielfeldern, auf denen die Bande nach Belieben genutzt werden kann und auch sollte, geht es neben dem Torerfolg vielmehr darum, möglichst viele Tricks oder Trickkombinationen auf den Platz zu zaubern, um mit den eingeheimsten Punkten einen Gamebreaker auszulösen. Mit diesem Bonus gibt’s dann für kurze Zeit kein Halten mehr und der Torerfolg ist so fast immer garantiert.
Im Rahmen der eigenen Kickerkarriere sind verschiedene Aufgabe zu meistern, um sich bis an die Spitze der Ballkünstler zu spielen, wobei ein Sieg nicht nur an der Anzahl der Tore gemessen wird, sondern beispielsweise eine bestimmte Trickpunktzahl vor dem Gegner erreicht werden muss. EA bietet dabei 320 lizenzierte Spieler und verschiedene Spielorte, die von beengenden Hinterhöfen bis hin zu sandigen und staubigen Spielfeldern reichen.
Für einen ausreichenden Überblick im Gegensatz zum Vorgänger sorgt eine verbesserte Kameraperspektive, die beim hektischen Spielgeschehen auch dringend erforderlich ist. Aufgrund des hohen Spieltempos gerät die Steuerung anfangs zu einer kleinen Herausforderung, da sich die Gegner nur mit einem der zahlreichen und schön anzusehenden Tricks ausspielen lassen.
Vor allem die Defensivarbeit kostet hier so manches an Nerven, so dass am Ende meistens nur mehr eine Grätsche in die Beine des Gegenspielers hilft. Dies erweist sich bei Spielen unter Freunden als kleines Manko, da dann nur mehr wild die Spieler nieder gegrätscht werden und so jeder Spielfluss schnell verloren geht.
Die von der CPU gesteuerten Teammitglieder sind keine große Hilfe, da sie nicht einmal dem Ball entgegen laufen und auch sonst eher darauf warten vom Spieler übernommen zu werden. Der Tormann fängt einerseits die irrwitzigsten Bälle um dann ein Tor zu bekommen, für das der Begriff Steirertor noch fast zu milde ist.
Ronaldinho, Owen, Adriano und auch die anderen Stars sind ihren realen Ebenbildern sehr gut nachempfunden und in Verbindung mit den tollen Animationen der Tricks meint man teilweise, irrigerweise, es selbst auch so zu können. Den sehr guten Gesamteindruck der Präsentation runden die musikalische Untermalung und die Soundeffekte perfekt ab.
Fazit: "Fifa Street 2" bietet im Gegensatz zum enttäuschenden Vorgänger jede Menge Spielspass, wobei die unübersehbaren Schwächen der KI und teilweise auch der Steuerung eine bessere Wertung verhindert haben. All jene die von Regeln nichts halten und gepflegte Arcade-Action bevorzugen, werden mit "Fifa Street 2" ihre Freude haben. Die Simulationsfans müssen sich noch ein wenig gedulden, bis EA "Fifa WM 2006" auf den Markt bringt.
Plattform: Xbox (getestet), PS2, GameCube
Publisher: EA
Krone.at-Wertung: 80%
von Harald Kaplan
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