Keine Solidarität

¿AMAG-Anteil ist für alle Mitarbeiter da¿

Oberösterreich
17.03.2006 17:39
„Das ist nicht mein Verständnis von Solidarität“, rügt der frühere Voest-Betriebsratschef und Gebietskrankenkassen-Obmann Helmut Oberchristl Mitarbeiter und Betriebsräte der AMAG, die auf Auszahlung der Mitarbeiterstiftung drängen. „Sie ist für alle Mitarbeiter auch in Zukunft da, nicht nur für die heutigen“, sagt er als einer ihrer Mitkonstrukteure.

Bei der Privatisierung der AMAG 1996 saß Oberchristl als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der ÖIAG und hat bei der Ausarbeitung des Stiftungsmodells mitgewirkt, das er nun mit der Mitarbeiterbeteiligung in „seiner“ Voest vergleicht: „In der Voest haben die Arbeiter eigenes Geld drin, in der AMAG nicht.“ Eigentümer sei daher die Stiftung, die einen klaren Auftrag habe: „Nicht Spekulationsgewinn für die jetzige Belegschaft, sondern die Sicherung des Standorts für jetzt und in Zukunft.“

Als Zugabe erhielt jeder aktive Mitarbeiter jährliche Dividenden zwischen 1500 und 2000 Euro. „Ältere bekommen das seit zehn Jahren, Neue würden bei einem Verkauf leer ausgehen - das ist nicht gerecht“, findet Oberchristl, der zwar versteht, dass die Arbeiter Bares wollen, aber nicht, dass sie der Betriebsrat dabei unterstützt: „Wenn man in einem so großen Betrieb eine Funktion hat, dann hat man auch eine Verantwortung für die Region.“ 

In der ÖIAG, erzählt Oberchristl aus der Zeit des AMAG-Verkaufs, sei die Stiftung als Modellfall auch für künftige Privatisierungen diskutiert worden. Das habe aber „der Klientel der jetzigen Regierung nicht gepasst“.

 

 

Foto: Chris Koller

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