14.03.2006 12:25 |

Häusle baue

Tycoon City: New York

"Schaffe, schaffe, Häusle baue, Butterbrot statt Schnitzle kaue": Deep Red, bislang nicht gerade bekannt für erstklassige Spiele, wagt sich nun mit "Tycoon City: New York" an eine Mischung aus Sim City und Wirtschaftssimulation, die für stundenlangen Spielspass sorgen soll.

Nachdem das Spielerprofil erstellt und der Spielmodus ausgewählt wurde, wobei entweder eine Kampagnen- oder eine "Sandkasten"-Variante" gewählt werden kann, geht es sofort ab nach Big Apple und mitten rein in die pulsierende Metropole. Zu anfangs herrscht eher noch eine gewisse Tristesse, da es den Bewohnern an fast allem zu fehlen scheint. Es gibt weder vernünftige Geschäfte, geschweige denn ein Cafe oder gar ein Theater.

Genau diese Mankos muss der Spieler beheben und so die Bewohner in ihrem Viertel glücklich machen. Beim "Sandkasten"-Modus gibt es keine weiteren Vorgaben, so das dort einfach darauf los gebaut werden kann. In der Kampagnen-Variante startet man zuerst in Greenwich Village, dem Studentenviertel New Yorks und nachdem dieses so richtig aufgeblüht ist geht es weiter nach Soho. Dabei haben die Studenten natürlich vollkommen andere Vorlieben, als die Bewohner anderer Stadtteile. 

Richtig erraten: Es liegt an euch diese zu befriedigen. Mit einem Klick auf eines der zahlreichen Mietshäuser, erhält man die Information, dass etwa ein Cafe oder ein Bekleidungsgeschäft schmerzlicht vermisst wird. Eine freie Fläche ist schnell gefunden und mit ein paar Mausklicks sind die Geschäfte auch schon eröffnet. Damit sich die neuen Kunden auch wirklich wohlfühlen, stehen verschiedene Aufwertungen zur Verfügung. Diese reichen von Neon-Schildern, welche auch den Einflussbereich des Geschäfts vergrößern, bis hin zu Sträuchern, Zierbäumchen, Automaten oder Tischen und Stühlen, die vor dem Lokal platziert werden können.

Für eine schnelle Beherrschbarkeit der Spielmechanik sorgt ein etwas vorlauter New Yorker, der die Funktionen der zahlreichen Menüs anschaulich in Form eines Tutorials erklärt.

Nachdem die Geschäfte ihren Betrieb aufgenommen haben, stellen sich auch die ersten Gewinne ein. Damit lässt sich die Expansion des eigenen Imperiums flott vorantreiben, denn das Kapital geht einem - so scheint es - trotz allem nie aus.

Die Konkurrenz, welche leider nur in computergesteuerter Form vorhanden ist, da ein Mehrspielermodus nicht implementiert wurde, stellt dabei ebenfalls kein großes Hindernis dar. Im Zweifelsfall werden deren Geschäfte kurzerhand aufgekauft, planiert und durch eigene Lokale ersetzt.

Obwohl der Schwierigkeitsgrad nicht herausfordernd ist, die Wirtschaftssimulation nur das Prädikat light verdient, kommen doch die typischen Sim City Gefühle auf, einfach nicht aufhören zu können: Das eine Haus muss jetzt einfach doch noch gebaut werden, zumal bei zunehmenden Erfolg echte Highlights wie das Empire State Building winken.

Die Grafik weiß durchaus zu gefallen, denn die Gebäudedarstellung ist gut gelungen, die Bewohner wuseln durch die Straßen und der Verkehr nimmt stetig zu. Lediglich die Bewohner an sich hätten durchaus ein paar Polygone mehr vertragen können.

Die musikalische Untermalung ist eher gewöhnungsbedürftig, allerdings ist davon im Spiel glücklicherweise wenig zu hören. Dort dominiert die typisch städtische Geräuschkulisse, welche von hupenden Autos bis hin zu den Gesprächen der Einwohner reicht.

Fazit: "Tycoon Ciy: New York" ist eine Mischung aus Sim City mit einer Prise Wirtschaftsimulation, bei der der Schwierigkeitsgrad wenig herausfordernd ist. Doch das "Häusle baue"-Prinzip macht nach wie vor jede Menge Spaß, wenn nicht so gar süchtig und fesselt stundenlang an den Bildschirm. Somit legt Red Deep diesmal ein sehr gelungenes Spiel vor, welches das Zeug gehabt hätte, ein Überraschungshit zu werden, wenn in punkto Spieletiefe und Grafik die Umsetzung besser geglückt wäre. 

Plattform: PC
Publisher: Atari
Krone.at-Wertung: 84%

von Harald Kaplan

Samstag, 12. Juni 2021
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