31.01.2015 12:44 |

Wurde 94 Jahre alt

Ex-Präsident Richard von Weizsäcker ist tot

Der frühere deutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist am Samstag im Alter von 94 Jahren gestorben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld der Familie. Weizsäcker war von 1984 bis 1994 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und davor von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin.

Das deutsche Bundespräsidialamt bestätigte das Ableben des früheren Staatschefs, der ein "Präsident aller Bürger" sein wollte, wie er bei seinem Amtsantritt im Jahr 1984 gelobt hatte. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte seinen verstorbenen Vorgänger als ein "herausragendes Staatsoberhaupt". "Die Nachricht erfüllt mich mit tiefer Trauer. Wir verlieren einen großartigen Menschen und ein herausragendes Staatsoberhaupt", schrieb Gauck in einem Kondolenzschreiben an die Witwe.

Merkel: "Bedeutenden Platz in politischer Geschichte gefunden"
In der Bevölkerung galt Weizsäcker als Idealtypus eines deutschen Staatsoberhaupts. Alle Nachfolger mussten sich an ihm messen lassen. Auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt blieb er weltweit ein gefragter Mann, sei es in der Kommission zur Reform der UNO, sei es als Mahner für eine Welt ohne Atomwaffen. Unzählige Auszeichnungen unterstreichen seine hohe internationale Reputation. Zu seinem 90. Geburtstag schrieb Kanzlerin Angela Merkel: "Mit Würde, Augenmaß und Umsicht haben Sie schon jetzt einen bedeutenden Platz in der politischen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gefunden."

Zuletzt war es allerdings still um ihn geworden. Zum 20. Juni 2014 meldete er sich noch einmal in der "Bild"-Zeitung zu Wort und würdigte den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg: "Ich war Stauffenberg schon 1942 begegnet. ... Eine eindrucksvolle Erscheinung mit leuchtenden Augen, charakterstark, mitreißend. Für mich, den jungen Soldaten Anfang 20, war es imponierend, ihn zu erleben."

Berühmte Rede am 8. Mai 1985
Als ein wichtiger Markstein seiner Amtszeit gilt die Rede vom 8. Mai 1985 zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, in der er sich ohne Beschönigung mit den deutschen Verbrechen der Nazi-Zeit auseinandersetzte. Er bezeichnete den Tag des Kriegsendes und den Zusammenbruch des Nazi-Regimes als "Tag der Befreiung".

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