Der SC Imst will heuer den Aufstieg in die 2. Liga schaffen. Damit wären die Oberländer nach der WSG Tirol und Wacker Innsbruck der dritte Tiroler Klub in den beiden höchsten österreichischen Fußballligen. Dafür brauche es aber noch einen Schulterschluss und sehr viel Arbeit.
Beim SC Imst tut sich was. Wer mit den Vereinsverantwortlichen spricht, merkt schnell, dass der Verein ambitionierte Ziele verfolgt – sportlich wie infrastrukturell. „Wir wollen als erster Verein aus dem Tiroler Oberland in die 2. Liga“, stellt Imst-Obmann Manuel Westreicher klar.
Der Tabellenführer der Regionalliga West nahm deshalb gemeinsam mit Dornbirn als einzige Vertreter der Westliga am Bundesliga-Workshop für die 2. Liga teil. „Wir haben die Zulassung in den vergangenen beiden Saisonen beantragt und ohne Auflagen erhalten“, erklärt Westreicher.
Eigentlich müsste der Meister der Regionalliga West in einem Play-off gegen den Meister der Regionalliga Nord (Salzburg und Oberösterreich) um den Aufstieg spielen. Da kein Verein aus diesen Bundesländern am Workshop teilnahm, könnte es einen Direktaufstieg geben, sofern kein Amateurverein eines Bundesligisten absteigt. Andernfalls könnten die LASK Juniors ein potenzieller Relegationsgegner sein.
„Dornbirn hat nur interessehalber teilgenommen“, sagt Westreicher. Die Vorarlberger gastieren am Samstag (15 Uhr) zum Spitzenspiel in der Velly-Arena.
Doch wie soll der Weg in die zweithöchste Spielklasse aussehen? Fragt man Trainer Jens Scheuer, ist die Philosophie klar: „Wir wollen jungen Kickern aus der Region und aus ganz Tirol eine Plattform bieten, um in der 2. Liga Fuß zu fassen.“
Glück bei Trainersuche
Der 48-jährige Deutsche bringt reichlich Erfahrung mit. Über den SC Freiburg führte sein Trainerweg zum FC Bayern, mit dem er 2021 die deutsche Meisterschaft im Frauenfußball gewann.
Nach seiner Zeit bei Brighton & Hove Albion 2023 war Scheuer zunächst vereinslos. Im Jahr 2024 führte ihn die Liebe ins Tiroler Oberland und schließlich zum Trainer Job bei Imst „Seine Frau ist aus Landeck. Wir haben einen Tipp bekommen. Wir wussten gar nicht, was für einen Trainer wir hier in der Region haben“, erzählt Westreicher.
Doch ein erfahrener Trainer allein wird für diesen Schritt nicht ausreichen. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen. „Einen Profibetrieb wird es nicht geben. Wir wollen eine Plattform für junge Tiroler Talente sein“, erklärt Westreicher, der 2004 mit Wörgl selbst Zweitligaluft schnupperte.
Für den Obmann braucht es einen Schulterschluss zwischen Verein, Wirtschaft und Politik. „Wir haben positive Signale erhalten. Die Kräfte aus Verein, Wirtschaft und Politik müssen gebündelt werden, damit wir diesen Schritt gemeinsam bewältigen können“, erklärt der Obmann.
Was fehlt noch?
Konkrete Zahlen zum möglichen Budget lassen sich derzeit noch nicht nennen. In den vergangenen Jahren habe der Verein allerdings bereits mehr als 200.000 Euro in die Infrastruktur investiert. „2027 bekommen wir nun unseren Kunstrasen. Auch einen weiteren Platz wird es brauchen, weil wir mit der Auslastung an die Grenzen stoßen“, erklärt der 43-Jährige.
Für Westreicher ist die Arbeit damit jedoch noch nicht abgeschlossen. „Wir suchen weiterhin das Gespräch mit Politik und Wirtschaft und sind zuversichtlich, dass wir den Traum von der 2. Liga im Oberland verwirklichen können.“
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