Wurde handgreiflich
Betrunkene Star-Architektin rastet im Flieger aus
Weil sie ein schlafendes Baby nicht stören sollte, soll eine 44-jährige Architektin auf einem Flug von Dubai nach London völlig die Fassung verloren haben. Sie beschimpfte Flugbegleiterinnen, soll eine von ihnen körperlich angegriffen haben und pochte auf ihren eigenen Berufsstatus. Nun wurde sie verurteilt – doch die Angeklagte fehlte beim Prozess.
Der Vorfall ereignete sich am 5. Februar an Bord einer Maschine der britischen Fluglinie Virgin Atlantic auf dem Weg zum Londoner Flughafen Heathrow. Simone de Gale war laut einem Bericht der britischen Zeitung „The Sun“ gebeten worden, nicht durch einen Gang zu gehen, in dem Passagiere schliefen. Unter ihnen war eine Familie mit einem neun Monate alten Baby.
Wüste Beschimpfungen – sie ortete Rassismus
Die Architektin reagierte darauf offenbar aggressiv. Sie beschimpfte Mitglieder der Kabinenbesatzung, tippte einer Flugbegleiterin in die Gegend des Schlüsselbeins und packte sie an ihrer Strickjacke. Außerdem warf sie den Crewmitgliedern wiederholt Rassismus vor.
Besonders deutlich wurde de Gale laut den Schilderungen vor Gericht bei ihren Beschimpfungen. „Du bist eine verdammt dumme Flugbegleiterin. Du musst deinen Platz kennen“, soll sie zu Buckland gesagt haben. Wiederholt habe sie darauf bestanden, Architektin zu sein, und den Flugbegleiterinnen erklärt, sie müssten ihren Platz kennen.
Anwältin prahlte mit ihrem Vermögen
Staatsanwalt Sinan Ors schilderte vor Gericht, dass die 44-Jährige gegenüber der Besatzung verbal ausfällig und bedrohlich geworden sei. Ein Mitreisender berichtete zudem, de Gale habe damit geprahlt, mehr Geld als die Flugbegleiter zu verdienen und ein eigenes Architekturbüro zu besitzen. Sie habe außerdem behauptet, die Aufgabe der Stewardessen bestehe lediglich darin, Getränke und Essen zu servieren.
Die betroffene Flugbegleiterin erklärte vor Gericht, sie und ihre Kollegen hätten versucht, die Situation zu entschärfen. Obwohl sie keine körperlichen Verletzungen erlitten habe, sei sie durch den Vorfall stark erschüttert gewesen.
Frau war auch noch betrunken
Nach der Landung in Heathrow bemerkten Beamte der für den Flughafen zuständigen Luftfahrtpolizei laut „The Sun“, dass de Gale etwas lallte und ihr Atem stark nach Alkohol roch. Beim Verlassen des Flugzeugs sei sie zudem getorkelt. Auf Aufnahmen der Festnahme ist zu sehen, wie die Architektin protestiert.
Als ihr mitgeteilt wurde, dass sie wegen Trunkenheit an Bord festgenommen werde, bestritt sie, jemanden berührt zu haben. „Ich habe alles auf Video aufgenommen. Ich habe niemanden und nichts angefasst“, sagte sie den Beamten dem Bericht zufolge.
Haftbefehl gegen Luxus-Architektin
Am Donnerstag wurde de Gale nun in ihrer Abwesenheit vor einem Gericht in London schuldig gesprochen. Die Verurteilung betrifft vier Anklagepunkte, darunter bedrohliches, beleidigendes oder ordnungswidriges Verhalten gegenüber einem Besatzungsmitglied, Trunkenheit an Bord eines Flugzeugs und Körperverletzung an Buckland. Weil die Verurteilte nicht persönlich anwesend war, wurde ein Haftbefehl gegen sie ausgestellt.
De Gale lebt in Dubai und leitet dort das nach ihr benannte Architekturbüro Simone de Gale Architects. Ihr Unternehmen wurde im Spear’s 500 Index als eines der besten Architekturbüros für vermögende Kunden geführt. Außerdem wurde sie bei den britischen Women in Construction Awards als „Architektin des Jahres“ ausgezeichnet.

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