Felix Gall hat seine bärenstarke Rad-Saison mit seinem zweiten Titel als Österreichs Sportler des Jahres gekrönt. Verdient hat sich der Osttiroler die Auszeichnung vor allem mit seinem zweiten Gesamtplatz beim Giro, Rang drei in der Gesamtwertung der Vuelta sowie dem Gesamtsieg bei der Burgos-Rundfahrt. 2023 war Gall schon einmal mit dem Niki ausgezeichnet worden.
Im Jahr 2026 hat Radprofi Felix Gall seine Zugehörigkeit zum Kreis der weltweit besten Rundfahrer untermauert. Zwei Grand-Tour-Podien sowie der Sieg bei der Burgos-Rundfahrt innerhalb weniger Monate bescherten dem Radprofi aus Osttirol zum zweiten Mal nach 2023 die Auszeichnung als Sportler des Jahres. Vor drei Jahren war Gall mit dem Gewinn der Königsetappe der Tour de France ins Rampenlicht gefahren, heuer überzeugte der 28-Jährige als Giro-Zweiter und Vuelta-Dritter.
„Ich habe mein Ziel dieses Jahr zweimal erreicht“, sagte Gall. Ein Etappensieg blieb dem ehemaligen Juniorenweltmeister, der dank seiner großen Stärke in den Bergen seine Defizite im Zeitfahren kompensierte, aber sowohl in Italien als auch in Spanien knapp verwehrt. Beim Giro wurde Gall fünfmal Tageszweiter hinter dem Dänen Jonas Vingegaard und fuhr zu einem historischen zweiten Gesamtrang. 69 Jahre nach Adolf Christian bei der Tour de France erreichte er den erst zweiten österreichischen Podiumsplatz bei einer der drei großen Rundfahrten. Wenige Monate später folgte der dritte.
Gall wählte richtige Rennstrategie
Die volle Konzentration auf zwei weit auseinanderliegende Saisonhöhepunkte und damit einhergehend lange Rennpausen erwies sich als goldrichtig. Als Basis für den Giro und die Vuelta absolvierte Gall, angeleitet von seinem Coach Stephen Barrett, ausgiebige Höhentrainingslager, die auch für viele andere Profis längst unverzichtbar sind. Unmittelbar vor der Vuelta feierte Gall bei der gewonnenen Burgos-Rundfahrt seinen erst dritten Profisieg.

Setzt der Wahl-Salzburger, der aus Nußdorf-Debant stammt und in seiner Freizeit gerne auf dem Golfplatz abschlägt, seinen Erfolgsweg fort, darf er auch in den kommenden Jahren mit den Superstars um die wichtigsten Rundfahrtentitel kämpfen. Die mit Sturzverletzungen rekonvaleszenten Tadej Pogacar und Vingegaard sind im Vollbesitz ihrer Kräfte aber schon noch eine Stufe über ihn zu stellen, auch wenn Gall seine Bergaufspritzigkeit durch gezieltes Training heuer noch einmal deutlich verbessert hat.
Gall will mit Lidl-Trek durchstarten
Bei der Frankreich-Rundfahrt wird man Gall ziemlich sicher nächstes Jahr wiedersehen – und zwar in einem neuen Team. Der Bergspezialist wechselte gemeinsam mit seinem niederösterreichischen Edelhelfer Gregor Mühlberger von Decathlon zu Lidl-Trek. Wohl auch, weil das französische Team bei der Tour weiter auf das französische „Wunderkind“ Paul Seixas (20) setzen wird.
Beim finanziell und personell sehr stark aufgestellten Rennstall mit deutscher Lizenz soll Gall, der einen Dreijahresvertrag bis 2029 erhielt, zu weiteren Erfolgen fahren. „Wir glauben, dass noch viel mehr in ihm steckt“, betonte Lidl-Trek-CEO Andy Schleck. Gall blickte trotz der ungewöhnlich hohen Dichte an Kapitänen bei Lidl-Trek zuversichtlich in die Zukunft: „Ich freue mich auf diese gemeinsame Reise.“
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