Mit Freilandschweinen geht eine Landwirte-Familie in Dobersberg in Niederösterreich ganz andere Wege, als der Züchter-Mainstream: Große Flächen geben dem „Slow Food“ ganz besondere Eigenschaften.
Beengte Verhältnisse in einem Stall, Massenhaltung: All das wird Schweinezüchtern oft vorgeworfen. Pia-Maria Miksche und ihr Partner Mathias Mader aus Dobersberg gehen da bewusst einen ganz anderen Weg. Ihre Turopolje-Schweine sind das ganze Jahr über auf der Weide, zum Beispiel haben 16 Schweine rund einen Hektar Grund zur Verfügung. Schon Pias Vater Edwin Miksche beschäftigte sich in seiner Freizeit mit Freilandschweinen, diese stellten für ihn einen Ausgleich zum Berufsleben als Mechaniker dar.
Auf zwei Flächen in Göpfritzschlag in der Waldviertler Gemeinde Karlstein an der Thaya, halten Pia Mische und Mathias Mader ihre Schweine – auf der einen jene, die gemästet werden und auf der anderen, die sechs Zuchtschweine und einen Bären. Zweimal im Jahr wird die Fläche gewechselt, um dem Boden Zeit zur Regeneration zu geben.
Grunzer wachsen langsam
„Unsere Schweine haben viel Platz, sie wachsen daher auch sehr langsam. Dadurch haben sie auch ein marmoriertes Fleisch, das saftiger und geschmackvoller ist. Und natürlich ist alles auch bio“, berichtet Pia Miksche.
Grundsätzlich verfügt die Familie schon über so einen großen Stock an Stammkunden, dass der Absatz für die Tiere gegeben ist, geschlachtet werden sie erst in einem Alter von rund drei Jahren. Und gemeinsam mit einem Waldviertler Fleischermeister soll in nächster Zeit auch ein Rohschinken entstehen. Schließlich liegt „slow food“ ja durchaus im Trend!
Hannes Ramharter
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