Früher hat Vanessa Jane Phaff (41) Fotos aus Zeitschriften ausgeschnitten, heute findet sie ihren Bilderfundus im Internet. Sie sucht nach Motiven, auf denen Kinder vorkommen. Ihre „Modelle“ drücken sich in dunkle Treppenhäuser oder setzen sich in der Küche das Messer an die Brust. Unschuld will Phaff nicht zeigen, vielmehr wählt sie Szenen, die Momente der Grausamkeit, Aussichtslosigkeit oder Kaputtheit in sich bergen. Wenn sie ihre Mädchen in Tracht steckt, tendiert alles unverhohlen Richtung Nationalismus.
Die Bildtechniken entspringen der Popart, beziehungsweise erinnern sie an Hardcore-Comics. Diese Welt ist von schablonenhaften, scharfkantigen Konturen aufgerissen, die mit abgedunkelten Pastellfarben gefüllt wird. Vanessa Jane Phaffs Visionen lassen Unbehagen vor nachkommenden Generationen entstehen, tatsächlich gibt sie aber nur der ganz alltäglichen doppelten Moral das Antlitz von Jugendlichen. Ein „Spiegelkabinett“ voll Fratzen der Wirklichkeit also.
Kunstmuseum Lentos: bis 17. April, täglich 10 - 18, Do bis 22 Uhr; Dienstag geschlossen
Foto: Chris Koller
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