Mehr Kostenersparnis durch Recycling und niedrigere Baustandards: Beim Lokalaugenschein wird Münchner Pilotprojekt „Das große kleine Haus“ als mögliches Modell für NÖ unter die Lupe genommen.
E wie einfach. Genau dafür steht der Gebäudetyp E. Denn bei dieser Modellform werden die Baustandards bewusst unterschritten. Mehr Kostenersparnis und Nachhaltigkeit, dafür weniger Komfort. Das wird etwa beim Baustellenbesuch von „Das große kleine Haus“ im Münchner Kreativquartier deutlich. Auf dem ehemaligen Kasernenareal und Gewerbegebiet entsteht derzeit ein neuer Stadtteil.
Experimentelles Modellvorhaben
„Das große kleine Haus“ vereint als genossenschaftliches Pilotprojekt auf knapp 3000 Quadratmetern Nutzfläche 29 Wohnungen sowie Flächen für Gewerbe, Ateliers, ein Quartier-Café und Gemeinschaftsbereiche. Beim Rundgang der „Krone“ mit der ARGE Wohnen unter anderem mit Bundesobfrau Isabella Stickler, Obmann Christian Rädler und Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister in München wird klar: Hier wird mit viel Engagement und Mut in die Zukunft gesteuert. „Der Bau ist ein Modellvorhaben, eine Art Experiment. Der Holzhybridbau mit Gründach und Photovoltaik wurde vom Architektenteam bogevischs buero als kreislaufgerechter Neubau geplant“, erklärt Vorstand Julius Klaffke.
Fertigstellung im November
Für eine Reduzierung der Baukosten wurde auf Recycling gesetzt: etwa durch gebrauchte Türzargen und Innentüren. Löcher oder Kratzer können von den künftigen Mietern übermalt werden. Im Gang warten Sichtbeton, Fangnetze und Industriecharme. Der Bezug ist für November geplant.
Steigende Baukosten, eine Vielzahl an technischen Standards und hohe Anforderungen an Planung und Errichtung machen auch hierzulande den Wohnbau zunehmend komplexer und teurer. Daher wird nach neuen und leistbaren Möglichkeiten gesucht.
Steigende Bau- und Finanzierungskosten sowie hohe Anforderungen an Planung und Errichtung machen es aktuell schwierig, leistbaren Wohnraum zu schaffen.
Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister
Möglicher Ansatz für Niederösterreich
„Die Erfahrungen aus München zeigen uns, dass der Gebäudetyp E dabei ein interessanter Ansatz sein kann. Deshalb wollen wir gemeinsam mit den gemeinnützigen Bauvereinigungen prüfen, wie wir einen solchen Ansatz auch in Niederösterreich in einem konkreten Pilotprojekt erproben können. Dieses Projekt soll wissenschaftlich begleitet werden, damit wir daraus fundierte Erkenntnisse gewinnen: Wo können wir einfacher und damit kostengünstiger bauen, ohne bei Sicherheit, Qualität und Wohnkomfort Abstriche zu machen? Genau diese Erkenntnisse wollen wir für den geförderten Wohnbau der Zukunft nutzen“, betont Teschl-Hofmeister.
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