Haustiere mit offensichtlichen Qualzucht-Merkmalen dürfen in Österreich weder gezüchtet, verkauft, oder importiert werden. Doch die Richtlinien zur Beurteilung dieser Merkmale sind teilweise schwammig, und so muss derzeit jedes betroffene Tier individuell begutachtet werden. Das soll sich nun ändern.
Viele kennen das Wort „Qualzucht“, was allerdings genau dahintersteckt und wie sich dieser Begriff juristisch eigentlich genau definiert, ist wieder eine andere Sache. Eine eigens eingesetzte Kommission aus Tierärzten, Genetikern und weiteren klinischen Experten beschäftigt sich derzeit damit, Rechtssicherheit für Züchter und Käufer zu erarbeiten.
Bislang gab es daher noch kein Verbot kompletter Rassen. Das führt dazu, dass einzelne Fälle immer wieder vor Gericht landen und Veterinärbehörden jedes Tier prüfen müssen.
Doch nun dürfte erstmals ein Vorstoß bei einer ganz speziellen Katzen-Rasse gelungen sein: Das TRPV4-Gen ist Auslöser für die geknickten Ohren der „Scottish Fold“ Katze und macht sie unverwechselbar – und genau hinter diesem besonderen Aussehen steckt ein gesundheitliches Problem, unter der das Tier lebenslang leidet.
Die typische Ohrform entsteht durch eine Mutation im TRPV4-Gen, die mit der erblichen Osteochondrodysplasie (OCD) verbunden ist.
Wichtig: Die Erkrankung ist nicht heilbar – behandelt werden können lediglich die Beschwerden. Auch Katzen mit nur einem betroffenen Elternteil können erkranken.
Ministerium regelt es neu
Jetzt hat die Qualzuchtkommission die Empfehlung ausgesprochen, Katzen mit dieser konkreten Genmutation ab sofort von der Zucht auszuschließen. Das Tierschutzressort des Sozialministeriums folgt der Empfehlung und bereitet derzeit eine entsprechende Verordnung vor.
Tierschutz-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) lässt wissen: „Tiere sind kein Modeaccessoire. Wenn ein bestimmtes Aussehen nur dadurch entsteht, dass wir einen Gendefekt gezielt weitervererben, müssen wir handeln“.

Auftakt für weitere Rasse-Verbote?
Die Qualzucht-Merkmale der Scottish-Fold sind so eindeutig, dass die Behörden auch bisher Zucht, Verkauf und Import mit Strafen sanktioniert haben. Dass es nun aber eine eindeutige Empfehlung zum Zuchtverbot gibt und eine entsprechende Verordnung auf dem Weg ist, darf dennoch als Meilenstein gewertet werden. Denn das könnte der Auftakt sein, weitere Rassen, die unter ihrem Aussehen gesundheitlich leiden, in ihrer Gesamtheit zu verbieten.
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