ARD

Hit „Babylon Berlin“ geht ins düstere Finale

Unterhaltung
19.09.2026 05:00

Sky ließ die Erfolgsserie „Babylon Berlin“ fallen, die ARD bringt sie jetzt mit der fünften Staffel zu Ende – aus dem Glamour-Krimi wird eine Geschichtsstunde ...

Es ist die teuerste deutsche Fernsehserie aller Zeiten, sie wurde in über 140 Länder verkauft und mischte brisante Mordfälle mit dem Glamour der Berliner 20er-Jahre: „Babylon Berlin“ wurde schließlich von Sky eingestellt, doch das deutsche Fernsehen sprang ein und produzierte eine fünfte und letzte Staffel, die heute, 20.15 Uhr, auf ARD mit gleich vier Folgen hintereinander startet. Doch es ist nichts mehr, wie es war: Statt Champagnerpyramiden und Tanzmarathons sehen wir den Beginn eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte. Die Staffel startet mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Die düsteren Ereignisse dominieren die Handlung, dadurch geht die Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten, der eigentliche Kern, unter. Es war einmal ein Glamour-Krimi, der zur Geschichtsstunde wurde. Daher wohl auch die kryptische Bezeichnung „frei nach Motiven des Romans ,Märzgefallene‘ von Volker Kutscher.“ Mit der zugrunde liegenden Bestseller-Reihe haben die neuen Folgen nämlich kaum noch etwas zu tun.

(Bild: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film)

Auch intern dürfte es nicht mehr so rund gelaufen sein, nachdem während der Pandemie Hauptdarsteller Volker Bruch für seine Aussagen und sein Verhalten zu Corona stark kritisiert worden war – ein Schelm, wer das damit in Verbindung bringt, dass sein Charakter Gereon Rath über mehrere Folgen nicht auffindbar ist. Stattdessen übernimmt seine Partnerin Charlotte Ritter (Liv Lisa Fries) die Ermittlungen und wird in der letzten Staffel klar zur Hauptfigur.

(Bild: Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film)

Auch beim Drehbuch der Macher Achim von Borries, Tom Tykwer und Henk Handloegten hakt es gewaltig, wenn etwa Austro-Star Karl Markovics als Journalist Katelbach minutenlang Sachertorten-Stücke im Kaffeehaus herumschichten muss, um politische Pläne zu veranschaulichen. Wer soll sich so verhalten? Würdige Abschiede gibt es jedenfalls von weiteren beliebten Figuren, so ist Christian Friedel wieder als Reinhold Gräf dabei, Lars Eidinger als Alfred Nyssen, Benno Fürmann als Günter Wendt oder Godehard Giese als Wilhelm Böhm.

Langjährige Fans werden auch bei dem düsteren Finale einschalten, doch es ist ein etwas unwürdiger letzter Tanz auf dem Vulkan, der mit den Anfängen nicht mithalten kann.

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