Ein fürchterlicher Skandal erschüttert die heimische Künstlerszene: Der Kabarettist Günther Paal, soll – die „Krone“ berichtete zuerst – die damals fünfjährige Tochter einer Bekannten missbraucht haben und zudem im Besitz von mindestens 979 Kindesmissbrauchsdarstellungen gewesen sein. Die Anklage wurde am Mittwoch eingebracht, er selbst gab in einem Video zu, „Lust auf solche Videos“ gehabt zu haben.
Am Mittwoch wurde Anklage gegen den 64-jährigen Kabarettisten eingebracht: Die Staatsanwaltschaft Wien legt dem besser als „Gunkl“ bekannten Künstler zur Last, an einem unmündigen Kind sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Weiters wird ihm vorgeworfen über einen längeren Zeitraum zumindest 960 Bilder und 19 Videodateien von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial erlangt bzw. besessen zu haben.
„Dieser Tatbestand setzt auch einen Besitzwillen voraus, den hatte mein Mandant nicht mehr“, sagt sein Anwalt Florian Höllwarth. Die Vorwürfe die Bilder betreffend lägen 13 Jahre zurück.
Es hat sich nicht um eine Vergewaltigung gehandelt und es war ein einmaliger Vorfall. Teils liegen die Vorwürfe 13 Jahre zurück.

Florian Höllwarth vertritt den beschuldigten TV-Star.
Bild: Horst Einöder/Flashpictures
Paal gestand die Vorwürfe nicht nur in einer Selbstanzeige, sondern auch in einem Video, das er am Mittwochabend auf Facebook postete. Darin sagte der 64-Jährige, er habe „Schande“ auf sich gebracht. Es tue ihm „unendlich leid“, was er mit dem Kind gemacht habe. Die Missbrauchsdateien auf seinen alten Rechnern habe er „vergessen“, sie stammten aus einer „Phase“ in seinem Leben, in der er „die Lust auf solche Videos“ gehabt habe.
Mutter und Oma des Mädchens wegen Erpressung angeklagt
Der Missbrauchsfall hat aber eine weitere erschütternde Facette zu bieten: Mutter und Großmutter des Mädchens „verzichteten“ auf eine Anzeige, sagten, sie hätten Fotos von dem Übergriff und erwirkte damit Übergaben von Zehntausenden Euro in mehreren Tranchen. Diese Bilder dürften aber in Wirklichkeit gar nicht existieren. Bei den Frauen soll es sich laut Paals Anwalt um Sexarbeiterinnen handeln, die der Kabarettist vor zehn Jahren über eine Anzeige kennengelernt habe.
189.000 Euro wollte das Mutter-Oma-Gespann erpressen, mehr als 150.000 seien tatsächlich geflossen. Doch als der Druck auf den Kabarett-Star zu groß wurde, erstattete dieser im Mai Anzeige und Selbstanzeige. Die Handschellen klickten für die Mutter des Mädchens bei der Übergabe der letzten Tranche in der Höhe von 30.000 Euro, ihre Mutter wiederum sitzt als mutmaßliche Beitragstäterin seit Juli in U-Haft.
Sie fragen sich vielleicht, warum der Name des Verdächtigen im ersten Artikel zunächst nicht zu lesen war. Zur Erklärung: Auch im Fall Teichtmeister wusste die „Krone“ schon lange vor der Anklage, dass die schweren Vorwürfe seine Person betreffen. Trotzdem entschieden wir uns im Anfangsstadium der Ermittlungen für eine anonymisierte Berichterstattung.
Im aktuellen Fall hat der ORF den Namen seines ehemaligen Stars öffentlich gemacht. Außerdem wurde Anklage eingereicht. Somit nennen auch wir den mutmaßlichen Täter.
Die beiden Frauen sind ebenfalls – nicht rechtskräftig – angeklagt, die beiden Fälle werden gemeinsam verhandelt. In ihrem Fall lautet der Vorwurf auf schwere Erpressung – es drohen ein bis zehn Jahre Haft. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.
Das Mädchen befindet sich gemeinsam mit ihrem siebenjährigen Bruder in der Obhut der Wiener Kinder und Jugendhilfe der MA 11. „Es geht ihnen gut“, so die Sprecherin der Magistratsabteilung, Ingrid Pöschmann. Die Kindesabnahmen stehen laut dem Rechtsvertreter der Frauen aber nicht in Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen.
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