Do, 17. Jänner 2019

"Internet Party US"

02.12.2014 12:00

Kim Dotcom will jetzt die US-Politik erobern

Kim Dotcom, der Gründer des von der US-Bundespolizei hochgenommenen Filehosters MegaUpload, will die US-Politik aufmischen. Ein Ableger seiner "Internet Party", mit der der gebürtige Deutsche in seiner Wahlheimat Neuseeland bereits politische Erfahrung gesammelt hat, soll 2015 in den USA an den Start gehen und von Prominenz aus der Film-, Musik- und Internetindustrie angeführt werden. Der Erfolg ist ungewiss.

Obwohl ihm in den USA wegen vermuteter Beihilfe zu massiven Urheberrechtsverletzungen mit seinem Filehoster der Prozess gemacht werden soll und sich Dotcom seit Jahren gegen eine Auslieferung an die Vereinigten Staaten wehrt, will er nun genau dort die politische Landschaft verändern.

Gewagte Kampfansage an Hillary Clinton
Dabei geizt Dotcom nicht mit großspurigen Ankündigungen. "Ich bin euer Internet-Freiheitskämpfer UND Hillarys schlimmster Albtraum 2016", twitterte Dotcom, der mit seiner Internet Party offenbar auch bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 antreten und Hillary Clinton, der wahrscheinlichen Kandidatin der Demokraten, Paroli bieten will.

Dotcoms Ankündigung, die US-Politik aufmischen zu wollen, kommt überraschend. Erst am Montag entschied ein Gericht, dass Dotcom bis zur Entscheidung über eine Auslieferung an die USA auf freiem Fuß bleiben darf und nicht zurück in die Untersuchungshaft muss. Zudem hatte Dotcom selbst kürzlich bekannt gegeben, dass er durch seinen aufwendigen Lebensstil und hohe Anwaltskosten mittellos sei. Dass er in seiner derzeitigen Situation politische Ambitionen in den USA hegt, hätten wohl die wenigsten Beobachter erwartet.

Dotcom selbst steht nicht zur Wahl
Er selbst werde aber ohnedies nicht zur Wahl stehen, berichtet "TorrentFreak". Wie in Neuseeland muss sich Dotcom auch in den USA politische Verbündete suchen, die an seiner statt kandidieren. Als gebürtiger Deutscher kann er sich im Ausland nur eingeschränkt politisch engagieren. In Neuseeland ging er ein Bündnis mit der Mana-Partei der indigenen Maori ein, der Erfolg bei den Wahlen hielt sich allerdings in Grenzen: Tatsächlich verlor die Maori-Partei durch die Partnerschaft mit Kim Dotcom sogar Sitze im Parlament.

Ob Dotcom und seiner Partei auch in den USA ein solches Schicksal blüht, ist unklar. Es wird aber zweifellos keine leichte Aufgabe für Dotcom, mit seiner Partei in den USA Fuß zu fassen. Helfen könnte ihm dabei sein Gespür für mediale Aufmerksamkeit. "Die Internet Party US wird von amerikanischen Bürgern finanziert und betrieben. Ich werde mit Public Relations aushelfen", kündigt Dotcom an.

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