Anna Plochl war mehr als nur „die Frau von“ Erzherzog Johann. Ein neues Musical soll das Leben und Wirken der Ausseerin nächstes Jahr auf die große Bühne bringen.
Sie sind so etwas wie steirische Nationalheilige, ihre Liebesbeziehung seit eh und je romantisch verklärt: Anna Plochl, die Postmeistertochter aus Aussee, und Erzherzog Johann. Als der Bruder des Kaisers Franz I. 1819 am Ufer des Toplitzsee auf die damals 15-Jährige traf, war der Adelige bereits 37 Jahre alt. Jahrelang harrte sie zuerst in Vordernberg und dann am Brandhof in Gußwerk seiner Rückkehr von Reisen aus Wien und der ganzen Steiermark, bis er sie 1829 endlich heiraten durfte. Es soll eine Liebesheirat gewesen sein. Oder?
„Anna Plochl interessiert mich seit Jahrzehnten. Sie hat nicht genug Stellenwert, weil der Erzherzog sie ständig überstrahlt“, sagt Theatermacher Peter Ulrich. Er leitete über Jahrzehnte das inklusive aXe-Theater in Graz und will der Freifrau von Brandhofen und Gräfin von Meran jetzt ein Denkmal in Form eines Musiktheaters setzen. „Sie war über zwanzig Jahre lang verwitwet und war in dieser Zeit extrem sozial engagiert, angefangen vom Kinderspital.“
Unterhaltung auf Basis von Fakten
„Anna“ heißt das Stück, dessen Libretto von Peter Ulrich stammt. Jazz-Bassist Reinhard Ziegerhofer komponiert die Musik, in der Rolle der Anna ist Sopranistin Teodora Ateljevic bereits mit an Bord. „Ein großer Teil des Textes beruht auf Zitaten aus Briefen. Wir wollen Unterhaltung machen, die sich an Fakten hält“, sagt Ulrich.
Insgesamt befindet sich das Projekt noch in einer sehr frühen Phase. Ulrich trägt die Idee eines Musiktheaters über die berühmte Ausseerin schon seit fast drei Jahrzehnten mit sich. 1996 brachte er mit Ziegerhofer und anderen Beteiligten das Musical „Geierwally“ auf die Bühne des Volkshauses in der Grazer Lagergasse, das Libretto stammte von Reinhard P. Gruber. „Es gab über 90 Vorstellungen mit 31.000 Zuschauern.“
Für „Anna“ – quasi die Fortsetzung – sind Ende Juli 2027 zunächst 20 Vorstellungen geplant. Eine Bühne sucht Ulrich noch, ob es Förderungen geben wird, ist noch offen. Der Vorverkauf beginnt am 1. Oktober.
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