Literatur

Mit Aufbruchsstimmung in die Herbstzeit

Literatur
05.09.2026 20:26

Die Vorarlberger Krimi-Autorin Alex Beer im „Krone“-Gespräch über ihren neuen Fall für Ermittler August Emmerich, ihren Kater – und den Wetterbericht.

kmm

„Ich muss gestehen: Ich hasse den Sommer. Ich funktioniere bei Hitze einfach nicht richtig.“ Also traf sich die „Krone“ mit Krimi-Autorin Alex Beer bei hitzigen Temperaturen im ältesten Eissalon Wiens am Schwedenplatz. „Dass es den seit 1886 gibt, wusste ich bisher gar nicht.“ Was erstaunlich ist, schließlich ist sie durch ihre Recherchen für die erfolgreiche Serie rund um ihren Ermittler August Emmerich zu einer Expertin für das alte Wien geworden. Allerdings ist die Reihe in der Zwischenkriegszeit angesiedelt – ein dunkles, von Leid und Armut geprägtes Kapitel der Stadtgeschichte. 

Wehrdienstübungen als Ertüchtigung getarnt
 In Band sieben (erscheint am 16. September) liegt aber schon Hoffnung in der Luft. Noch plagt die Menschen im Jahr 1923 die Hyperinflation. „Aber langsam spürt man den Aufschwung. Man schaut nicht mehr zurück, sondern nach vorn. Und der Schilling steht schon in den Startlöchern.“

Allerdings auch die Nazis. „Wenn wir an deren Aufstieg denken, dann meist nur an die 30er-Jahre“, so Beer. „Aber die waren damals schon sehr brutal. Verbotene Wehrdienstübungen haben sie als körperliche Ertüchtigung getarnt. Weil sozialdemokratische Kräfte das unterbinden wollten, kam es zu blutigen Zusammenstößen. In den damaligen Zeitungen findet man Zeugnisse davon, wie sehr die Nazis den Alltag da bereits beherrschten.“

„Krone“-Redakteurin Franziska Trost auf ein Eis mit Alex Beer.
„Krone“-Redakteurin Franziska Trost auf ein Eis mit Alex Beer.(Bild: Gerhard Bartel)

Und noch etwas fand sie vor allem in der „Illustrierten Kronen Zeitung“: den Wetterbericht, denn selbiger spielt eine entscheidende Rolle im neuen Fall. Damals regnete es viel – das komplette Gegenteil von diesem Sommer.

 Ihren Urlaub verbrachte Alex Beer übrigens durchgehend im heißen Wien. „Weil unser 17-jähriger Kater krank war, habe ich mir schöne Tage in der Stadt gemacht.“ Nun freut sie sich aber auf den Herbst.

„Wahrscheinlich liegt es daran, dass die Kindergärten, Schulen und Universitäten in ein neues Jahre starten – aber der Herbst hat für mich einfach eine positive Aufbruchsstimmung

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