Sechs Jahre Haft

Linzer Bankräuber hatte zweiten Coup geplant!

Oberösterreich
14.02.2006 18:07
„Ich wollte niemanden direkt berauben, keine körperliche Gewalt anwenden“, sagt der Angeklagte (40). Ein Bankraub schien ihm deshalb das geeignete Mittel, um an Geld zu kommen. Damit er 7000 Euro Schulden tilgen kann. „Das ist unpersönlicher.“ Am 15. November überfiel er die Oberbank-Filiale am Linzer Bindermichl.

Schuld an allem sei der Alkohol. Er sei Quartalssäufer, erklärt Gerald G. dem Richter Heribert Mitterhauser beim Prozess in Linz. Der Alkohol kostete ihn die Arbeitsstelle, die Ehe zerbrach nach dreieinhalb Jahren und Anfang November war kein Geld mehr im Haus.

Nachdem er den Fluchtweg ausgekundschaftet hatte entschied er sich für die Oberbank-Filiale Bindermichl. Neben einem Gasrevolver war der Räuber mit einer Leiter „bewaffnet“, mit der er die automatische Eingangstür blockierte.

Ganze Beute versoffen
Die Beute betrug nur 4760 Euro - die Gerald G. bei Zechtouren versoff. Ein zweiter Überfall auf dieselbe Bank war deshalb geplant. Weil er seine Raubutensilien vom ersten Coup im Rausch verloren hatte, stahl er dazu eine Flinte.

Zwei Tage vor Weihnachten drückte ihn das schlechte Gewissen. Er stellte sich der Polizei. Das Urteil: sechs Jahre Haft. Gerald G. will im Gefängnis vom Alkohol wegkommen und die Meisterprüfung nachholen.

 

 

 

Foto: Chris Koller

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