Ein Aufschrei ging durch die Bevölkerung, als erneut schreckliche Bilder von der Tierhaltung eines amtsbekannten Betriebs in Niederösterreich auftauchten. Die „Krone“ sah sich an, wie es um die Tiere steht und sprach mit der betroffenen Familie, wie sie die Situation ein für alle Mal in den Griff bekommen möchte.
Der Alltag von Familie G. ist aus den Fugen geraten. Nach dem Bekanntwerden neuerlicher Missstände ist der Hof jetzt wieder im Krisen-Modus, das Telefon der Landwirtin klingelt ununterbrochen. Vor allem, dass der seit 2023 mit Tierhalteverbot belegte Landwirt dennoch im Stall arbeitet und dabei recht grob Hand an das Vieh legt, regt auf.
„Ich war bereits 2022 vor Ort und habe mir schon damals ein Bild von der Situation gemacht. Es hat mir die Sprache verschlagen, als mir der ‘Verein gegen Tierfabriken‘ (VGT) nun wieder solche Horror Bilder zugespielt hat“, sagt „Krone“ Tierecke-Chefin Maggie Entenfellner. „Diesem erdrückenden Bildmaterial muss natürlich nachgegangen werden. Ich war am Mittwoch vor Ort und konnte die Familie überzeugen, mir die Stallungen zu zeigen und Erklärungen zu den aufgetauchten Videos zu machen“, so Entenfellner.
Auf der Suche nach Antworten
In dem knapp zweistündigen Gespräch hat sich einiges aufgeklärt, das beim Blick auf die Bilder höchst verstörend wirkte. Die kranken Tiere sollen von anderen Bauern in diesem Zustand zugekauft worden sein und stehen in Behandlung. Auch die abgemagerte Ziege habe ein gesundheitliches Problem, das man ebenfalls versucht in den Griff zu bekommen – was auch Dokumente belegen.
Auch die Situation mit den Fäkalien war beim Lokalaugenschein der „Krone“ entschärft und dürfte eine Momentaufnahme nach einem Wassergebrechen und starken Regenfällen gewesen sein – das wird nun anhand der Wetterdaten und Zeitpunkt der Aufnahme abgeglichen.
Alarmglocken läuten
Nichtsdestotrotz – alle an diesem Fall Beteiligten wissen, dass auf diesem Hof jeder Unregelmäßigkeit penibel nachgegangen werden muss. Auch die Familie selbst ist sich bewusst, dass diese Bilder bei vielen Menschen alle Alarmglocken läuten lassen. Es gibt noch viel zu tun, doch die Umsetzung geht nur Schritt für Schritt und die Familie ist für jede Unterstützung dankbar.
„Ich bin froh, dass die Familie sich gesprächsbereit gezeigt hat und meinem Vorschlag zu einem runden Tisch im September zustimmt. Es ist wichtig, dass sich alle Seiten – auch die Behörde und der VGT – mit uns zusammensetzen. Nur so kann Transparenz in diesem Fall herrschen und die Öffentlichkeit verstehen, was da passiert“, zeigt sich Maggie Entenfellner erleichtert.
Auch Tierschützer durften Stall begutachten
Es ist der Familie in dieser Situation anzurechnen, dass sie auch Aufdecker David Richter vom VGT am Donnerstag im Rahmen der vom Verein organisierten Mahnwache in den Stall gelassen haben. Richter konnte sich ebenfalls ein Bild der aktuellen Situation machen: „Wir hatten ein ruhiges Gespräch und haben vereinbart, dass ich Zukunft regelmäßig vorbeikommen kann“.
Das ist auch der einzige Weg, um sowohl für die Familie als auch die Anrainer langfristig wieder Ruhe herzustellen. Am Ende bleibt vor allem eines: Vertrauen lässt sich nicht von heute auf morgen wiederherstellen. Der runde Tisch im September soll deshalb ein erster Schritt sein – hin zu mehr Transparenz, regelmäßiger Kontrolle und vor allem zu einer Situation, in der das Wohl der Tiere an erster Stelle steht und keines mehr leiden muss.
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