Um die halb gefrorene Konsistenz der beliebten Slushy-Getränke zu erreichen, setzen manche Hersteller bewusst Glycerin zu – so viel, dass ein Becher für Kinder gesundheitlich relevante Mengen beinhaltet. Die AK OÖ fordert daher eine gesetzliche Höchstmengenbeschränkung.
Slush-Eisgetränke, auch Slushys genannt, bestehen aus aromatisiertem, bunt gefärbtem, halbgefrorenem Wasser mit Zuckerzusatz. Um die typische halbgefrorene Konsistenz zu erreichen, setzen manche Hersteller bewusst den Zusatzstoff Glycerin ein. Für die Verwendung als Zusatzstoff gibt es EU-weit keine gesetzliche Höchstmengenbeschränkung. Ebenso gibt es für Glycerin keine festgelegte Aufnahmemenge, die bei lebenslanger täglicher Aufnahme als gesundheitlich unbedenklich gilt.
Referenzdosis festgelegt
Für die Aufnahme aus einem glycerinhaltigen Getränk, wie Slush-Eis, hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kürzlich 125 mg Glycerin pro kg Körpergewicht als akute Referenzdosis abgeleitet. Bis zu dieser Menge wird kein erkennbares Gesundheitsrisiko erwartet.
Kopfweh, Übelkeit und Erbrechen
Bei hohen Aufnahmemengen an Glycerin weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf mögliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit hin. Das BfR hat auf Grundlage der verfügbaren Studien eine Menge von 250 mg pro kg Körpergewicht als Referenzdosis abgeleitet, über der gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können.
Wie viel Glycerin steckt in einem Slush-Eis?
Für Konsumenten ist nicht erkennbar, wie viel Glycerin ein Slushy tatsächlich enthält. Die AK Oberösterreich ließ daher acht Slush-Eisproben auf ihren Glyceringehalt sowie auf synthetische Farbstoffe untersuchen. Die Probenahme erfolgte in einem Funpark, einem Kino sowie verschiedenen Badeeinrichtungen.
Bereits ein Becher kann für Kinder gesundheitlich relevant sein
Während die meisten Slushys nur vernachlässigbar geringe Mengen an Glycerin enthielten, stach eine Probe deutlich hervor. Diese enthielt 26,9 Gramm pro Liter. Wie wahrscheinlich gesundheitliche Folgen sind, lässt sich nicht pauschal sagen. Dies hängt neben dem Glyceringehalt auch von der getrunkenen Menge und dem Gewicht der Person ab. Vor allem Kinder können aufgrund ihres geringen Körpergewichts schnell hohe Aufnahmemengen erreichen. Würde beispielsweise ein fünfjähriges Kind mit einem Gewicht von etwa 20 Kilo 250 Milliliter dieses Slush-Eisbechers trinken, würde es circa 340 Milligram Glycerin pro Kilo Körpergewicht aufnehmen. Damit läge die aufgenommene Menge beim 2,7-Fachen der von der EFSA abgeleiteten akuten Referenzdosis.
AK fordert Grenzwert
Die AK fordert daher einen EU-weit einheitlichen Höchstgehalt für den Zusatz von Glycerin in Lebensmitteln. Bis dahin sollten Eltern gezielt nachfragen, ob Glycerin in den angebotenen Slush-Eisgetränken zugesetzt ist, oder die Verzehrmenge entsprechend gering halten – oder im Zweifel ganz verzichten.
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