Fahrgastzahlen sanken in OÖ so stark wie nirgendwo sonst. Landesrat hat Erklärung, Grüne fordern konkrete Maßnahmen. Mit Familien-Öffi-Tage versucht man, Menschen vom öffentlichen Verkehrt zu überzeugen.
Mit einem Minus von 5,7 Prozent – von 17,4 auf 16,5 Millionen – fiel der Fahrgastrückgang im ÖBB-Nahverkehr im Vorjahr bundesweit am höchsten aus. Die Grünen wollten den Ursachen auf den Grund gehen und richteten eine schriftliche Anfrage an Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ).
Dieser liefert Argumente, die den Rückgang erklären sollen. Zum einen hätten die vielen Bahnbaustellen und damit einhergehende Streckensperren sowie Schienenersatzverkehre Passagiere vergrault. Zum anderen hätten Bauarbeiten beim Linzer Hauptbahnhof zu vorübergehenden Fahrplanänderungen und Verbindungsstreichungen geführt. Daher sei es „plausibel, dass ein Teil der Fahrgäste sein Mobilitätsverhalten () anpasste“, heißt es in der Anfragebeantwortung.
Unzufriedenheit über Antwort
Welche Maßnahmen das Land setzen werde, um den Öffi-Nahverkehr attraktiver zu machen, wollten die Grünen darüber hinaus wissen. Mit Steinkellners Antworten sind sie nicht zufrieden. Statt konkreter Ziele erfahre man „nur Allgemeinplätze“, kritisiert die Grüne Mobilitätssprecherin Dagmar Engl – etwa: „Angebot unter herausfordernden finanziellen Rahmenbedingungen dort ausbauen, wo dadurch die Attraktivität des ÖV nachhaltig gesteigert werden kann.“
Da ist nicht Handfestes dabei. Nur „No na net“-Sichtweisen, die zeigen, dass es mit der Prioritätensetzung hin zum öffentlichen Verkehr noch nicht klappt

Dagmar Engl, Mobilitätssprecherin der Grünen im Landtag
Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger
Ein Versuch, die Menschen vom öffentlichen Verkehr zu überzeugen, ist eine Maßnahme des OÖ Verkehrsverbunds und des OÖ Familienreferats. Sie veranstalten am 5., 6., 19. und 20. September erneut die Familien-Öffi-Tage. Wer eine OÖ Familienkarte hat, kann ein kostenloses Freizeit-Ticket OÖ herunterladen und damit einen Tag lang gratis alle Regional- und Stadtverkehre in OÖ und im Salzkammergut (auch Salzburg und Steiermark) nutzen.
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