„Anfällig für Angriff“

Iranische Schiffe flüchten sich vor fremde Küsten

Außenpolitik
26.08.2026 17:22

Die Straße von Hormuz ist zum zentralen Streitpunkt im Iran-Krieg geworden. Jetzt haben sich der Iran und der Oman geeinigt, wer welchen Anteil der Meerenge bekommen soll. Doch noch ist sie praktisch blockiert – was die iranischen Schiffe zu kreativem Handeln zwingt.

Der Iran und der Oman diskutieren seit Wochen über eine Regelung für die Schifffahrt in der Straße von Hormuz. Jetzt haben sie sich über ihren jeweiligen Anteil an der Meerenge geeinigt, berichten mehrere Medien unter Berufung auf die iranischen Revolutionsgarden. Allerdings hätten die USA die Verhandlungen behindert, kritisieren die Revolutionsgarden. Noch ist also kein Durchbruch in Sicht.

Regelmäßig werden Schiffe in der Straße von Hormuz angegriffen, die Iraner blockieren weite Teile der Schifffahrt in dem Bereich. Die USA wiederum hindern Tanker daran, iranische Häfen anzulaufen. Doch, wohin fahren die iranischen Schiffe stattdessen?

Die Straße von Hormuz

  • Die Straße von Hormuz ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Sie gilt als eine der wichtigsten Seefahrtsrouten weltweit.
  • Durch den Krieg ist der Schiffsverkehr stark eingeschränkt worden, das hat Folgen für die ganze Weltwirtschaft.

Iran-Schiffe vor Sri Lankas Küste
Daten zur Schiffsverfolgung geben laut „Financial Times“ eine Antwort darauf: Sie liegen unter anderem vor der Küste Sri Lankas. Rund 13 iranische Tanker sollen vor der Insel ihre Anker ausgeworfen haben. Gemeinsam mit anderen Schiffen, die mit der iranischen „Schattenflotte“ in Verbindung stehen – also Sanktionen umgehen.

„Eine Flottille von etwa 20 staatseigenen iranischen Tankern“ sei in der Wirtschaftszone Sri Lankas, sagte Samir Madani, Mitbegründer des maritimen Informationsdienstes TankerTrackers.com. Die Schiffe seien „alle ohne Ladung“, erklärte er – das erkenne man daran, wie weit die Schiffe im Wasser liegen. Dass sie keine Ladung an Bord haben, mache die Schiffe „anfällig für Angriffe“, meinte Madani. Das hätte die „Untersuchung früherer Luftangriffe des US-Zentralkommandos auf iranische Tanker“ gezeigt. 

Die Schiffe halten sich allerdings nicht im Hoheitsgebiet von Sri Lanka auf, „daher haben wir keinerlei verbindliche Verpflichtungen“, erklärte ein Sprecher des sri-lankischen Außenministeriums. „Wir unterstützen sie nicht“, stellte er klar. Die Tanker liegen aber nur wenige Seemeilen vom Hoheitsgebiet entfernt – in diesem ist es den USA grundsätzlich nicht erlaubt, die iranischen Tanker anzugreifen.

Nicht nur Sri Lanka ...
Doch nicht nur vor Sri Lanka liegen die Schiffe, auch vor Pakistan und vor Malaysia sammeln sich die iranischen Tanker. Allein vor Malaysia sind es 48 Schiffe, die laut der US-Organisation United Against Nuclear Iran (UANI) mit iranischem Rohöl handeln. Sie sind an einem Ankerplatz, der traditionell dafür genutzt wird, dass Öl auf chinesische Schiffe umgeladen wird. Von dort wird das Öl laut UANI dann vom Staat unabhängige Raffinieren in China gebracht.

Der Streit um die Straße von Hormuz ist verzwickt. „Die Meerenge wird nicht geöffnet, wenn die USA unsere Bedingungen nicht akzeptieren“, erklärte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden der Nachrichtenagentur Tasnim. Der Iran verlangt vor einer vollständigen Öffnung der Straße von Hormuz, dass Washington seine Verpflichtungen erfüllt, den Krieg beendet und die Seeblockade iranischer Häfen aufhebt – danach schaut es aktuell aber nicht aus.

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