In einem Steinbruch bei Weitendorf soll künftig mehr als ein Viertel der Grazer Fernwärme erzeugt werden. Für das Mega-Projekt „Sonnenspeicher Süd“ muss nun formal ein Naturdenkmal weichen. Das steckt dahinter.
Ein Sommer mit Rekordhitze, stark steigende Gaspreise: Gilbert Frizberg und Heimo Ecker-Eckhofen sehen die Pläne für ihr 280-Millionen-Projekt bestätigt. In Weitendorf (Bezirk Leibnitz) soll ein Basaltsteinbruch mit Wasser aus der nahen Kainach geflutet werden, darauf kommt ein schwimmender „Speicherdeckel“ mit mehreren Schichten. Mithilfe von Solarkollektoren und einem Biomasse-Heizwerk wird das Wasser auf 120 Grad erhitzt. So entsteht Fernwärme für Graz und das südliche Umland. Die Abnahme durch die Energie Steiermark ist vertraglich garantiert.
Für das Mega-Vorhaben ist kein Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig, sehr wohl aber sind es einzelne Verfahren, etwa zu Naturschutz und Wasserrecht. Und, wie die Bezirkshauptmannschaft kürzlich mitgeteilt hat, muss zudem das Naturdenkmal „Basaltsteinbruch Weitendorf“ aufgehoben werden. Der Antrag wird heute eingebracht.
Fossilien sollen ausgestellt werden
Was steckt dahinter? Nun, geschützt ist seit Ende der 1980er-Jahre nicht der gesamte Steinbruch, sondern eine 3500 Quadratmeter große Teilfläche. Dort befindet sich eine Schicht aus sogenanntem Tonmergel mit zahlreichen Fossilien. Die Fläche ist zwar jetzt schon wegen des aktiven Bergbaus nicht zugänglich, dennoch muss, um den „Sonnenspeicher“ umsetzen zu können, die Unterschutzstellung aufgehoben werden.
Frizberg und Ecker-Eckhofen zeigen sich im Gespräch mit der „Krone“ zuversichtlich, dass es zu keiner Verzögerung kommt – die Inbetriebnahme ist für 2029 oder 2030 vorgesehen. Sie argumentieren in ihrem Antrag vor allem mit dem hohen öffentlichen Interesse am Projekt, das die Fernwärmeversorgung sichern und viel CO2 einsparen würde. Die Fossilien wollen sie ohnehin schützen: Die betroffene Fläche würde abgedeckt werden, einige Stücke sollen zudem im Römersteinbruch Aflenz (Wagna) bei idealen klimatischen Bedingungen gelagert werden. Auch eine Ausstellung im ehemaligen Brecherhaus neben dem Steinbruch sei angedacht.
Geothermie: OMV plant erste Bohrung im November
Ein potenziell noch größeren Fernwärmeprojekt für Graz ist das Geothermie-Vorhaben in St. Marein bei Graz. Im Ortsteil Petersdorf II will die OMV im November und Dezember eine erste Erkundungsbohrung durchführen, am Dienstag fand dazu eine Verhandlung vor Ort statt. Laut OMV beginnen im September die Vorbereitungsarbeiten, die Testphase wird dann drei bis vier Monate in Anspruch nehmen.
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