Zwei Damen und sechs Herren im allerbesten Alter kramen in der Schlagerkiste von seinerzeit und heben dabei einen Schatz nach dem anderen. Die Evergreens sind prädestiniert, um vom Comedian Harmonists Ensemble interpretiert zu werden. Ihr neues Programm feiert in Kürze Premiere.
„Wir haben ein sehr dankbares Publikum“, streut Hans Holzmann als Leiter des Comedian Harmonists Ensembles, das im Jahr 2012 aus der südweststeirischen Gesangsgruppe Flors hervorgegangen ist, Rosen. Als die Flors schließlich 2019 nach 50 Jahren ihre gemeinsamen Singaktivitäten beendeten, blieb das Ensemble als Teilgruppe weiter bestehen.
Nun steht unter dem Titel „Seinerzeit & Evergreen“ ein neues Projekt vor der Umsetzung. Es verspricht sechs abwechslungsreiche Abende voller Nostalgie, Esprit und musikalischen Genuss. Die Proben dazu finden in den Musikschulräumen der Marktgemeinde Eibiswald und an besonders heißen Tagen im kühlen Keller des Pfarrhofs statt.
Nicht nur wir Künstler sind älter geworden, auch unsere Zielgruppe hat sich im Lebensalter nach hinten verschoben.

Hans Holzmann
Bild: Josef Fürbass
Anekdoten aus längst vergangenen Tagen
Begleitet von Astrid Maier-Ferra am Klavier, erwecken Karl Veroneg (Tenor), Franz Fenninger (Tenor), Hans Holzmann (Tenor), Erich Wechtitsch (Bariton) und Bernhard Strametz (Bass) die ewig jungen Lieder der legendären Comedian Harmonists wieder zum Leben. Mit Charme und Augenzwinkern führt Moderator Gernot Grinschgl durch das rund 75-minütige Programm.
Nicht nur der Frack, sondern auch die Rolle selbst ist den Herren auf den Leib geschrieben. Neben den zeitlosen Klassikern der Comedian Harmonists stehen beliebte Interpretinnen und Interpreten der 50er-, 60er- und 70er-Jahre im Mittelpunkt. Von Freddy Quinn, Elvis Presley, Udo Jürgens, den Beatles, Piron & Knapp bis hin zu Manuelas „Schuld war nur der Bossa Nova“ spannt sich der Bogen des Repertoires. Weibliche Gesangsstimmen werden von Anita Strametz (Sopran) und Pianistin Astrid Maier-Ferra (Alt) interpretiert.
„Teilweise habe ich die Lieder umarrangiert“, so Hans Holzmann, der von 1980 bis 1996 auch als Solist in der Grazer Oper aufgetreten ist. Danach haben ihn Tourneen durch ganz Europa geführt.
Das traurige Ende der Comedian Harmonists
Das bekannte Berliner Vokalensemble Comedian Harmonists feierte in den 1930er-Jahren großartige Erfolge und hat Titel wie „Ein kleiner grüner Kaktus“, „Veronika, der Lenz ist da“, „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ weltberühmt gemacht. Holzmann bezeichnet die Künstler gerne als Urväter der Boygroups und Wegbereiter des „Vokal-Pop“. Doch das Ensemble wurde ab 1934 von den Nationalsozialisten mit Auftrittsverboten belegt, weil Gründer Harry Frommermann und zwei weitere Künstler jüdischer Herkunft waren. Im Jahr darauf kam das endgültige Aus der Originalbesetzung.
„In Berlin und Wien sind Nachfolgepartien entstanden“, weiß Holzmann. „Die Berliner Comedian Harmonists gastieren im Sommer 2027 in der Grazer Oper. Diesen Auftritt will sich unser Ensemble natürlich auf keinen Fall entgehen lassen.“
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