„Patientenhotels“

Sorge vor neuen Graubereichen bei Gesundheit

Burgenland
26.08.2026 06:58

Der oberösterreichische Vorstoß zu eigenen „Patientenhotels“ sorgt auch im Burgenland für Diskussionen und wirft viele Fragen auf.

Nach der OP zur Genesung ins Hotel anstatt im Krankenhaus zu bleiben? Diese Idee haben die Ordensspitäler Oberösterreich kürzlich ins Spiel gebracht. Ganz neu ist das Konzept allerdings nicht. In den USA oder Kanada wird das Prinzip bereits umgesetzt. Die Patientenhotels oder Patientenhäuser sind vor allem für Menschen gedacht, die nach einem stationären Aufenthalt im Spital noch nicht nach Hause können aber nur mehr geringe medizinische und pflegerische Versorgung benötigen. Die Kliniken erhoffen sich dadurch Einsparungen, weil ein Hotelbett günstiger kommt, als ein Spitalsbett.

Frage, wer zahlt
SPÖ-Gesundheitssprecher LAbg. Kilian Brandstätter sieht die Idee allerdings kritisch. „Wenn eine medizinische Behandlung einen stationären Aufenthalt erfordert, dann muss die Versorgung nach medizinischen Kriterien organisiert werden – und nicht danach, wo sich kurzfristig Kosten verschieben lassen.“ Ungeklärt ist auch, wer letztlich für den Aufenthalt zahlt. Es dürfe nicht zur Folge haben, dass auf Patienten nach einer OP zusätzliche Kosten zukommen oder diese auf medizinische Betreuung verzichten müssen, sagt Brandstätter.

Hohe Gesundheitsausgaben
Weiters sei es unklar, wie die notwendige Betreuungsqualität außerhalb eines Krankenhauses sichergestellt werden könne. Der Gesundheitssprecher verweist darauf, dass private Gesundheitsausgaben in Österreich schon jetzt über dem OECD-Durchschnitt liegen. Die Politik müsse diese Belastungen reduzieren und nicht neue Graubereiche schaffen, so der SPÖ-Politiker.

Sorge vor Zentralisierung
Er warnt deswegen vor einer weiteren Zentralisierung der Gesundheitskompetenzen. „Wer Entscheidungen immer weiter von den Regionen weg verlagert, nimmt den Ländern die Möglichkeit, auf regionale Bedürfnisse gezielt einzugehen.“ Die Versorgung müsse sich aber am Bedarf der Patienten orientieren.

Teurer Bau
Fest steht jedenfalls, dass der Bau eines Patientenhotels einen zweistelligen Millionenbetrag kosten kann und sich so ein Haus – abhängig von der Auslastung – nach etwa zehn Jahren amortisiert. 

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