Drogenexzesse und ihre Hinterlassenschaften machen Standlern am Grazer Lendplatz das Leben schwer. Viele wünschen sich einen betreuten Konsumraum, doch der Stadtpolitik sind dabei die Hände gebunden. Eine Lösung für das Problem lässt auf sich warten.
Das Flanieren am Grazer Lendplatz wird immer ungemütlicher. Denn, wie berichtet, sorgen suchtkranke Menschen und herumliegende Spritzen in letzter Zeit für große Aufregung bei Marktstandlern und Anrainern. Die Wirte am Platz fühlen sich im Stich gelassen. Im Gespräch mit der „Krone“ appellierten sie an die Politik, endlich Lösungen zu finden.
Der Grazer Stadtregierung rund um KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr ist das Thema natürlich nicht fremd. Bei der Einführung eines Schutzraums, in dem Abhängige ihre Substanzen kontrollieren und konsumieren könnten, sind den Politikern im Rathaus aber die Hände gebunden.
„Brauchen grünes Licht vom Bund“
„Um die Situation im öffentlichen Raum zu entschärfen und allen mehr Sicherheit zu geben, hat sich der Grazer Gemeinderat bereits im Herbst 2025 einstimmig für einen betreuten Konsumraum ausgesprochen. Für eine Umsetzung braucht die Stadt Graz allerdings grünes Licht vom Bund“, stellt Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) klar. Aktuell gibt es laut Kahr allerdings keine positiven Signale, dass der Bund ein Gesetz, das Konsumräume erlauben würde, beschließen würde.
Es stimmt, dass die Schutzzone kein Allheilmittel gegen Drogenhandel und -missbrauch darstellt. Wirksame Ansätze umfassen Sozial- und Präventionsarbeit.

Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ)
Bild: Christian Jauschowetz
Sozial- und Präventionsarbeit im Fokus
Die Bürgermeisterin betont zudem: „Es stimmt, dass die Schutzzone kein Allheilmittel gegen Drogenhandel und -missbrauch darstellt. Sie kann nur in Verbindung mit weiteren Maßnahmen dazu beitragen, Probleme im öffentlichen Raum zu entschärfen. Wirksame Ansätze umfassen Sozial- und Präventionsarbeit. Da setzt die Stadt zahlreiche Maßnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten.“
Die Problematik ist auch für den designierten FPÖ-Stadtrat René Apfelknab ein großes Thema: „Die Zahlen zeigen, dass die Schutzzone im Volksgarten durchaus Wirkung hat. Seit ihrer Einrichtung gab es mehr als 1000 Anzeigen sowie zahlreiche Betretungsverbote und Suchtmittelsicherstellungen. Trotzdem darf die Stadtpolitik nicht wegschauen, wenn sich die Problematik zunehmend Richtung Lendplatz verlagert. Es braucht daher ein Gesamtkonzept für Volksgarten und Lendplatz.“
Dem Freiheitlichen schweben gezielte Maßnahmen wie etwa eine verstärkte Präsenz der Ordnungswache am Lendplatz und laufende Evaluierungen der Situation vor. Außerdem möchte er betroffene Anrainer und Betriebe künftig stärker einbinden.
Auf konkrete Lösungsansätze für das aktuelle Problem am Lendplatz müssen Wirte und Anrainer allen Anscheins aber noch warten.
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