Brenner Basistunnel

Durchschlag geglückt: Haupttunnelröhre vollendet

Tirol
25.08.2026 18:00

Nach knapp zwei Jahren hat die Tunnelbohrmaschine „Wilma“ ihr Ziel erreicht und den letzten Abschnitt des Gebirges durchbrochen. Damit ist erstmals eine Haupttunnelröhre des Brenner Basistunnels auf ihrer gesamten Länge fertiggestellt.

Die westliche Röhre erstreckt sich über 55 Kilometer von der Sillschlucht bei Innsbruck bis nach Franzensfeste in Südtirol. Bei den Arbeiten an dem Brenner Basistunnel ist damit am Dienstag ein entscheidender Schritt gelungen. Mit dem Durchschlag fügt sich eine Vielzahl einzelner Tunnelabschnitte zu einem durchgehenden Haupttunnel zusammen.

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle bezeichnete den Durchschlag als wichtigen Schritt für die Verbindung zwischen Österreich und Italien.

„Wilma“ erreichte am Dienstag ihr Ziel.
„Wilma“ erreichte am Dienstag ihr Ziel.(Bild: BBT SE / Schnittraum)

Appell für Nordzulauf
Gleichzeitig nutzte Mattle den Meilenstein für einen Appell über die Landesgrenzen hinweg: „Der heutige Tag ist ein klarer Auftrag an die Politik in Berlin und Brüssel, den BBT-Nordzulauf rasch umzusetzen und die Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene zu unterstützen.“ Während Österreich und Italien den Jahrhundertbau vorantreiben, kommt Deutschland beim dringend benötigen Nordzulauf seit Jahren kaum voran. Im Jahre 1994 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) Österreich und Italien versprochen, die deutsche Zulaufstrecke „zeitgerecht“ zu bauen.

Währenddessen fällt die Reaktion der Tiroler Grünen deutlich kritischer aus. Klubobmann Gebi Mair sieht keinen Grund zum Feiern. „Schön, aber davon können wir uns im Moment nichts kaufen“, so Mair. Er fordert von der Tiroler Landesregierung mehr politischen Druck auf die EU, wenn es darum geht, den Transitverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Der Durchschlag wurde gefeiert.
Der Durchschlag wurde gefeiert.(Bild: BBT SE / Schnittraum)

 Die Herausforderungen waren enorm
Seit dem 18. September 2024 war die Tunnelbohrmaschine „Wilma“ im Einsatz und bohrte sich durch rund 7500 Meter Gestein. Mehrfach traf sie dabei auf geologische Störzonen, in denen sich die Eigenschaften des Gebirges innerhalb weniger Meter veränderten. Diese Bedingungen stellten die Projektteams vor erhebliche Herausforderungen.

Tunnelbohrmaschine „Wilma“
Mit einer Gesamtlänge von rund 180 Metern, einem Bohrdurchmesser von 10,37 Metern und einem Gesamtgewicht von rund 2700 Tonnen ist „Wilma“ eine hochkomplexe, unterirdische Produktionsanlage. Während sich der Bohrkopf durch das Gestein arbeitet, werden verschiedene Arbeiten zeitgleich in der Maschine koordiniert. Dazu gehören der Einbau der Tübbinge - das sind Bauteile, aus denen die stabile Innenwand eines Tunnels entsteht -, der Abtransport des Gesteins, die Wartung der Technik und die Überwachung des Gesteins.

„Wilma“ auf ihren letzten Metern.
„Wilma“ auf ihren letzten Metern.(Bild: BBT SE / Schnittraum)

Logistik war entscheidend
„Bei einem Projekt dieser Größenordnung ist die Logistik mindestens so wichtig wie die Maschine selbst“, erklärt Michael Knapp, BBT-Projektleiter des Bauloses H53 Pfons-Brenner. Weiteres erklärt er, dass man möglichst wenige Transporte über die Straße abwickeln wollte. Daher wurden die Abläufe so gestaltet, dass rund 45.000 Lkw-Fahrten eingespart werden konnten. Ein wichtiger Bestandteil des Logistikkonzepts war auch die Anlieferung der Tübbinge per Bahn.

Die jeweils rund zehn Tonnen schweren Betonfertigteile wurden über den Gleisanschluss Wolf mit dem Zug zur Baustelle transportiert und anschließend für den Einbau in der Tunnelbohrmaschine bereitgestellt.

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