Seit die Landesverkehrsgesellschaft NÖVOG den Busverkehr in Niederösterreich organisiert, ist die Gewerkschaft alarmiert. Denn Linien würden im Sommer „ausgedünnt“, Lenker arbeitslos. Die Causa ist schon vor Gericht.
Eine Busfahrt ist im weiten Land eine eher gemütliche Art der Mobilität. Allerdings: Hinter den Kulissen tobt ein harter Kampf. Denn die Landesverkehrsgesellschaft (NÖVOG) hat den Busverkehr vom Verkehrsverbund (VOR) abgezogen und organisiert das Liniengeschäft jetzt in Eigenregie.
Folgen für Chauffeure
Und zückt – beginnend im Weinviertel – den Rotstift. „Die Busleistungen werden laut Ausschreibung im Sommer zurückgefahren“, poltert Horst Pammer. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft vida ortet schlimme Folgen für die Beschäftigten: „Chauffeure werden dann von Juni bis September beim AMS geparkt.“
„Rote“ Proteste
Unterstützt von SPÖ-Chef Sven Hergovich und den Gewerkschaftern Markus Ernst und Andreas Bramböck protestiert Pammer gegen diese Maßnahme: „Das soll kein Geschäftsmodell werden. Man darf Fachkräften den Beruf nicht vermiesen.“ Es könne nur noch ein Drittel der Fahrer ganzjährig eingesetzt werden.
Hohn als Konter
Die NÖVOG-Vorstände Wolfgang Schroll und Michael Hasenöhrl sprechen von Aufwertung des Angebots und „Missverständnissen“, denen sie mit leisem Hohn begegnen: „Gerne erklären wir, warum es sinnvoll ist, in den Sommermonaten keine Schulbusse zu beauftragen.“ Der Start des neuen Liniensystems im Weinviertel verschiebe sich aber ohnehin. Denn Postbus hat als unterlegener Bieter die Vergabe bei Gericht angefochten.
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