Im ersten Teil unserer Kroatien-Reise haben wir gelernt, dass Camping längst auch Whirlpool und Privatpool bedeuten kann. Jetzt wird das Auto wieder gepackt und wir tauschen Campinghäuser gegen Fünf-Sterne-Hotels. Auf uns warten ein Familien-Paradies, Infinity-Pools über Rovinj und zwei luxuriöse Rückzugsorte zwischen Weinbergen und Olivenbäumen. Und spätestens jetzt merken wir: Luxus fühlt sich nicht überall gleich an.
Drei Camping- und Glamping-Stopps liegen hinter uns, vier Hotels noch vor uns. Dabei geht es diesmal nicht darum, möglichst ähnliche Häuser miteinander zu vergleichen – ganz im Gegenteil. Wir wollen wissen, was man bekommt, wenn man in Kroatien etwas tiefer in die Urlaubskasse greift. Und ob Familienhotel, großer Fünf-Sterne-Komplex oder kleines Hideaway am Ende überhaupt dieselbe Art von Luxus meinen.
Nur rund 15 Minuten nach unserem Camping-Stopp in Zadar fühlt es sich an, als wären wir in einer völlig anderen Welt gelandet. Auto abgeben, Gepäck wird übernommen, rein ins Hotel und spätestens beim Blick in unser Familienzimmer ist klar, wer hier die Hauptrolle spielt. Neben großem Schlafzimmer, zwei Bädern und Balkonen wartet ein eigenes Kinderzimmer mit Boulderwand und einem Netz zum Hineinklettern. Wir sind zwar ohne Kinder unterwegs, wollen aber trotzdem kurz ausprobieren, ob das auch Erwachsene aushält. Rein journalistisches Interesse natürlich.


Ja, der Speck verdient eine Erwähnung
Eine Kleinigkeit schafft es überraschend weit nach oben in unsere Urlaubserinnerungen: der Speck beim Frühstück. Klingt banal, war aber endlich einmal richtig knusprig – muss auch einmal gesagt werden. Am Buffet selbst wird es in einem ausgebuchten Familienhotel natürlich lebhaft, am Pool verteilt sich das Ganze dafür schnell. Mehrere Becken, Hallenbad, Rutsche, Poolbar und Sandstrand bieten genug Platz. Dazu gibt es einen großen Spa-Bereich für Erwachsene – Behandlungen sollte man in der Hochsaison allerdings früh reservieren, bei uns war kurzfristig bereits alles ausgebucht.
Unser Eindruck: Das Diadora versucht gar nicht erst, für jeden das richtige Hotel zu sein. Es ist ein Familienhotel durch und durch und genau darin ist es verdammt gut. Vom Baby bis zum Jugendlichen dürfte hier kaum jemand lange fragen: „Was machen wir heute?“
Nach so viel Falky, Wasserrutsche und Candy Bar fahren wir weiter nach Rovinj und wechseln innerhalb weniger Tage vom Familienuniversum in eine völlig andere Form von Luxus. Schon die Ankunft im Grand Park Hotel macht klar: Jetzt wird es elegant. Auto abgeben, Gepäck übernehmen lassen und hinauf zur Rezeption, die sich im oberen Teil des in den Hang gebauten Hotels befindet. Vor uns Glas, Meer und Rovinj. Unser Premium Sea View Room ist riesig, das Bett gefühlt ebenfalls, und vom Balkon schauen wir direkt auf die Adria.
Einmal Rovinj und Meerblick, bitte
Die Lage ist dabei fast ein Luxus für sich. Wenige Minuten zu Fuß und wir stehen mitten in Rovinj. Trotzdem fühlt sich das Hotel erstaunlich abgeschirmt an. Unten gibt es einen eigenen Strandbereich mit hochwertigen Liegen und direktem Einstieg ins Meer, weiter oben warten mehrere Pools. Unser Favorit ist wenig überraschend der Infinity-Pool mit Blick über die Adria.
Wenn Abendessen zum Erlebnis wird
Der eigentliche Höhepunkt wartet am Abend im Cap Aureo: ein Sieben-Gänge-Menü, eigentlich mit Weinbegleitung. Wir haben allerdings mehr Lust auf Cocktails und kurzerhand wird umdisponiert. Spätestens jetzt wird aus dem Abendessen eine kleine Show: Jeder Gang wird erklärt, neue Geschmäcker landen vor uns und der Service hat gefühlt alles im Blick, bevor wir überhaupt danach fragen können. Dazu Meerblick, Sonnenuntergang und ein Kellner, der sich Zeit für Smalltalk nimmt. Sieben Gänge später sind wir ziemlich beeindruckt, denn so ein Dinner hatten wir beide noch nicht erlebt.
Auch beim Frühstück bleibt es entspannt: kleines Buffet plus À-la-carte-Auswahl mit pochierten Eiern, Pancakes und frischen Säften. Über die Hotel-App lassen sich Spa, Rechnung und Co. verwalten. Sogar Porsche oder Jacht wären buchbar. Ich bleibe bei einer Comfort Leg Behandlung für rund 95 Euro.
Unser Eindruck: Das Grand Park ist für uns klassischer Fünf-Sterne-Luxus, ohne dabei unangenehm steif zu wirken. Paare, Alleinreisende oder Business-Gäste, die Service, Ruhe und eine außergewöhnliche Lage suchen, dürften sich hier besonders wohlfühlen.
Nach Rovinj geht es wieder hinein ins istrische Hinterland. Und schon bei der Ankunft im San Canzian ändert sich die Stimmung komplett. Keine riesige Lobby, kein gewaltiger Hotelkomplex. Stattdessen Natur, kleine Gebäude und dieses leicht toskanische Gefühl, das wir beide eigentlich nur aus Bildern kennen. Unser Zimmer fühlt sich eher wie ein kleines eigenes Zuhause an und liegt nur wenige Schritte vom Pool entfernt. Praktisch allerdings mit einem kleinen Haken: Unsere Terrasse liegt auch direkt am Weg. Einfach Terrassenvorhänge zu und das Thema ist erledigt.


Service mit echter Herzlichkeit
Das Schönste am San Canzian ist für uns allerdings etwas, das man auf Fotos schwer zeigen kann: die Atmosphäre mit den Mitarbeitern. Natürlich wird das Gepäck gebracht und natürlich funktioniert der Service auf Fünf-Sterne-Niveau. Trotzdem fühlt sich niemand an, als würde er gerade ein perfekt einstudiertes Luxusprogramm abarbeiten. Man plaudert, scherzt und wird irgendwann eher wie ein Gast in einem sehr schönen Zuhause behandelt.
Dann verschwinde ich im Spa und komme ziemlich begeistert wieder heraus. Der Bereich selbst ist klein, aber wunderschön, mit Indoor-Pool und Behandlungsräumen unterhalb des Außenpools. Für mein HydraFacial zahle ich rund 110 Euro für eine halbe Stunde. Statt Programm abarbeiten nimmt sich die Mitarbeiterin allerdings Zeit und schaut individuell, was meine Haut brauch.
Fine Dining, ganz ohne Etikette
Beim Essen setzt sich dieses Gefühl fort. Das Frühstück kombiniert Buffet und À-la-carte. Leon kürt den Kaffee kurzerhand zum besten unserer gesamten Reise. Abends wird es deutlich exklusiver denn hochwertige Produkte, individuelle Cocktails und Gerichte, bei denen auch Wagyu und andere Luxus-Zutaten auf der Karte stehen. Trotzdem bleibt die Atmosphäre locker. Niemand vermittelt uns das Gefühl, dass wir erst einen Kurs in Fine Dining hätten absolvieren sollen.
Unser Eindruck: San Canzian ist Luxus für Menschen, die Luxus eigentlich gar nicht ständig sehen wollen. Ruhe, Natur, hervorragendes Essen und persönlicher Service stehen im Vordergrund. Und auch Familien würden wir hier nicht ausschließen: Wer mit Kindern lieber Natur erkundet, als von einem Programmpunkt zum nächsten zu laufen, kann hier ebenfalls glücklich werden.
Unser letzter Stopp führt uns wieder aufs Land. Diesmal aber mitten hinein in Weinberge und Olivenhaine. Schon die Einfahrt ins Meneghetti fühlt sich ein bisschen an wie eine Filmkulisse: Tor auf, alte Gebäude, mediterrane Architektur und dahinter jede Menge Grün. Wir bekommen ein eigenes zweistöckiges Haus mit Privatpool - Hecke rundherum inklusive. Vom Nachbarhaus sehen und hören wir fast nichts. Das Auto brauchen wir ab jetzt ebenfalls kaum noch.


À la carte Frühstück
Drinnen warten Schlafzimmer, großzügiges Bad, zwei Toiletten und eine Minibar im großen blauen Schrank mit Wasserhahn. Eine Küche vermissen wir nicht. Beim Frühstück wird komplett aufs Buffet verzichtet. Brot, Käse und Wurst kommen an den Tisch, Eier, Kaffee und frische Säfte bestellen wir à la carte – hauseigenes Olivenöl inklusive.
Erst zu den Hühnern, dann zur Weinprobe
Denn genau darum geht es im Meneghetti: Vieles kommt direkt vom eigenen Gelände. Wein, Olivenöl und Gemüse werden selbst produziert, wir spazieren durch den Garten, besuchen die Hühner und sehen, wo später ein Teil unseres Essens herkommt. Und natürlich gehört zu einem Wine Hotel auch die Weinverkostung. Wir probieren uns durch Weißwein, Rotwein, Sparkling und Co., dazu gibt’s hauseigenes Olivenöl. Für uns fast Pflichtprogramm sonst wäre es ein bisschen, wie Therme buchen und die Badehose daheim lassen.


Neben Wein gibt es natürlich weiterhin klassischen Luxus: Außenpool, Spa, Innenpool und unterschiedliche Bereiche für Erwachsene und Familien. Sogar einen eigenen Beach Club am Meer betreibt das Resort, zu dem Gäste gebracht werden können. Allerdings sitzen wir am Abend lieber vor unserem beleuchteten Privatpool.
Unser Eindruck: Wer Wein, gutes Essen und regionale Produkte liebt, versteht ziemlich schnell, worum es hier geht. Paare passen für uns am besten zum Konzept, Familien können sich durch die großzügigen Unterkünfte und Pools aber ebenfalls wohlfühlen.
Luxusurlaub in Kroatien absolut empfehlenswert
Wie unsere Reise zuvor zwischen Camping, Glamping und Familienurlaub aussah, lesen Sie im ersten Teil unseres großen Kroatien-Tests.
Und damit endet unsere Reise dort, wo sie nach sieben völlig unterschiedlichen Stopps vielleicht enden muss: mit einem Glas istrischem Wein und der Erkenntnis, dass „Luxusurlaub in Kroatien“ ziemlich viele Bedeutungen haben kann und absolut empfehlenswert ist.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.