Camping in Kroatien? Da denken viele wahrscheinlich erst einmal an Zelt, Isomatte und Gemeinschaftsdusche. Bei unserer Reise sieht das allerdings etwas anders aus: Whirlpool im Garten, Privatpool mit Meerblick und kleine Campinghäuser mit Resortkomfort. Wir haben sieben unterschiedliche Urlaubskonzepte getestet und starten mit drei Campingplätzen, die mit klassischem Camping teilweise nicht mehr viel gemeinsam haben.
Kroatien mit dem Auto – für viele Österreicher ein Urlaubsklassiker. Wir wollten wissen, wie unterschiedlich Urlaub dort heute aussehen kann und vor allem: Was passt zu wem? Einen Testsieger gibt es bewusst nicht. Stattdessen nehmen wir euch mit – mit allem, was uns begeistert, überrascht und manchmal auch genervt hat.
Unser erster Stopp führt uns nach Bale ins Mon Perin Camping Resort – und „Campingplatz“ ist hier eigentlich fast das falsche Wort. Die Anlage ist riesig. Neben klassischen Stellplätzen gibt es unterschiedliche Häuser und Villen, Restaurants, Supermärkte, Strände und gefühlt an jeder Ecke irgendetwas zu tun. Wir beziehen eine Glamping-Villa mit Whirlpool, großer Küche und Platz für bis zu fünf Personen. Camping? Ja. Aber halt mit ziemlich viel Luxus.
Eigenes Golfcart inklusive
Unser persönliches Highlight wartet direkt vor der Tür: Zu unserer Villa gehört ein kleines Golfcart. Anfangs düsen wir hauptsächlich damit herum, weil es Spaß macht. Schnell merken wir aber: Auf diesem riesigen Gelände ist das Ding tatsächlich ziemlich praktisch.
Später Hunger? Hier kein Problem
Spa, Wassersport, Freiluftkino, Spielplätze, eine Farm mit Tieren und Fresh Market und wir sind mit der Aufzählung noch lange nicht fertig. Selbst die Supermärkte haben bei unserem Besuch bis 22.30 Uhr geöffnet. Und wenn selbst dafür die Motivation fehlt, gibt es 24-Stunden-Room-Service. Der späte „Wir brauchen doch noch Chips oder Burger“-Notfall ist damit jedenfalls abgesichert. Verpflegung ist zwar nicht inkludiert, dank der großen Küche könnten wir uns aber auch problemlos selbst versorgen.
Wenn selbst der Campingplatz einen KI-Assistenten hat
Bei dieser Größe kann selbst die Orientierung irgendwann zur Urlaubsaktivität werden. Zum Glück gibt es eine Resort-App mit Karte, Öffnungszeiten, Spa-Buchungen und Co. Sogar ein KI-Assistent per WhatsApp beantwortet Fragen. Zumindest meistens. Bei uns versteht er nicht immer sofort, was wir von ihm wollen. Irgendwie beruhigend. Abends wird es auf dem riesigen Gelände übrigens erstaunlich ruhig, und auch bei Sauberkeit und Pflege gibt es während unseres Aufenthalts nichts zu meckern.
Unser Eindruck: Nach zwei Nächten fahren wir mit dem Gefühl weiter, eigentlich viel zu wenig gesehen zu haben. Vor allem Familien und größere Gruppen könnten hier locker ihren gesamten Urlaub verbringen. Unsere zwei Nächte waren definitiv zu kurz. Beim nächsten Mal würden wir mindestens vier bis fünf Tage einplanen.
Nach Mon Perin geht es Richtung Rovinj und der Kontrast könnte kaum größer sein. Auch bei den Porton Nature Hideouts gibt es klassische Campingstellplätze für Zelt, Wohnmobil und Co. Wir fahren allerdings immer weiter den Hang hinauf, kommen bei unserem Häuschen an, sehen Terrasse, Pool und Meer und unser Plan steht ziemlich schnell fest: Wir machen jetzt einfach möglichst wenig.
Und warum sollten wir hier wieder raus?
Unsere Unterkunft bietet Platz für vier Personen und besteht aus zwei Bereichen, dazwischen liegt die Terrasse mit Privatpool. Küche, zwei Schlafzimmer und zwei Badezimmer sind dabei. Zur Begrüßung warten Wein und, überraschend praktisch, sogar Milch im Kühlschrank. Eigentlich müssten wir nur noch kurz in den Resortsupermarkt und könnten hier problemlos eine Woche verschwinden. Ein Traum.
Eigene Hängematte mit Meerblick
Unser Lieblingsplatz wird trotzdem ziemlich schnell das große Netz vor dem Wohnbereich. Reinlegen, aufs Meer schauen, Sonnenuntergang beobachten und später Sterne zählen. Kitschig? Ein bisschen. Schön? Sehr.
Dazu ist es erstaunlich ruhig. Morgens hören wir Vögel, am Abend teilweise einfach gar nichts. Der Pool wird täglich gereinigt und wenn er abends beleuchtet ist, sinkt unsere Motivation, die Unterkunft zu verlassen, endgültig gegen null.
Einmal über die Straße bitte
Ganz perfekt versteckt sind wir allerdings nicht. Unser Außenbereich ist von vorbeigehenden Gästen teilweise einsehbar und zwischen Anlage und Meer verläuft eine Straße. Von unserem höher gelegenen Haus hören wir sie kaum, bei den Unterkünften weiter unten könnte das anders sein. Zum Kiesstrand müssen wir ebenfalls einmal über die Straße und die Liegen des dortigen Beach Clubs sind nicht im Aufenthalt inkludiert.
Dafür ist Rovinj in rund 20 Minuten zu Fuß erreichbar. Unser Eindruck: Wer Animation und Dauerprogramm sucht, ist hier falsch. Wer Privatpool, Meerblick und Ruhe möchte, dürfte ziemlich glücklich werden. Wir hätten jedenfalls problemlos noch ein paar Sonnenuntergänge im Netz ausgehalten.
Danach geht es weiter nach Zadar. Unser 30 Quadratmeter großes Campinghaus mit Küche und Terrasse steht gemeinsam mit den anderen Unterkünften in einem eigenen Bereich: kleine Zäune, Terrassen, Häuschen nebeneinander. Es dauert nicht lange, bis wir das Ganze nur noch unser „Glamping-Grätzl“ nennen.
Sekt für uns, Terrasse für die Gelsen
Drinnen ist alles sauber und gemütlich und im Zimmer wartet sogar Sekt auf uns. Unsere Terrasse nutzen wir allerdings deutlich weniger als geplant. Während unseres Aufenthalts ist es ziemlich feucht und die Gelsen haben offenbar ebenfalls Urlaub gebucht. Natürlich saison- und wetterabhängig, aber bei uns gewinnen sie den Kampf um die Terrasse ziemlich eindeutig.
Große, gepflegte Poolanlage
Vom Bereich mit den Campinghäusern geht es über klassische Stellplätze für Zelte, Wohnmobile und Wohnwagen Richtung Pool und Meer. Dort warten großer Pool, Kinderbecken, Falky Club, Sportmöglichkeiten und ein kleiner Spa-Bereich mit ruhigerem Erwachsenenbereich. Direkt dahinter geht es zum Strand. Nur bei der Poolliege gilt in der Hochsaison: Wer erst gemütlich zu Mittag auftaucht, könnte bei der Liegenwahl leer ausgehen.
Supermarkt mit eigener Fleischtheke
Direkt in der Anlage gibt es einen überraschend großen Tommy-Supermarkt. Obst, Gemüse, Fleischtheke, Backstation, eigentlich alles da, was wir für die Selbstversorgung brauchen könnten. Und die Preise? Trotz Resortlage nicht wesentlich höher als in anderen Supermärkten. Gut bewertete Restaurants gibt es außerdem nur wenige Gehminuten außerhalb. Praktisch, wenn die eigene Küche im Urlaub lieber unberührt bleibt.
Unser Eindruck: Das kleine Nachbarschaftsgefühl gefällt uns richtig gut. Von unseren ersten drei Stopps würden wir diesen allerdings am deutlichsten nur Familien empfehlen. Mit Kindern bekommt man hier Campinggefühl, ein eigenes kleines Zuhause, Pool, Falky Club und Meer ziemlich unkompliziert unter einen Hut.
Die drei Unterkünfte nochmal im Überblick:
Unsere Kroatienreise geht weiter
Drei Stopps später hat sich unsere Vorstellung von Camping in Kroatien jedenfalls ziemlich verändert. Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt aber nicht. Denn unser Suzuki Jimny wird wieder gepackt und in Teil zwei tauschen wir Campinghäuser gegen Fünf-Sterne-Luxus. Auf uns warten ein Familienhotel, Infinity-Pools über Rovinj und luxuriöse Hideaways zwischen Weinbergen und Olivenbäumen. Und spätestens dort merken wir: Luxus fühlt sich in Kroatien nicht überall gleich an.
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