„Insider“ zu Pkw-Abzug

Kritik an „Luxuskarossen“ für die Polizei in NÖ

Niederösterreich
12.08.2026 05:00

Schuld am Abzug von 50 Dienstautos bei der Exekutive in Niederösterreich sei auch, dass das Nachfolge-Modell viel teurer sein soll, folgert ein Kenner der Polizei-Szene. Das Innenministerium stellt klar, dass die bisherigen Modelle nicht mehr bestellbar wären und wie hoch der tatsächliche Preisunterschied ist.

Die Polizeireform sorgt derzeit für Unruhe bei den Exekutivkräften in NÖ. Beim „Krone“-Interview auf den Wirbel um die abgezogenen Dienstautos angesprochen, betonte Landespolizeidirektor Franz Popp, dass es sich bisher um 50 Fahrzeuge gehandelt habe und dass manche davon lediglich eine Auslastung von zwei bis vier Prozent hatten. Eine vorgeworfene mangelnde Einsatzbereitschaft der Exekutive, negierte Popp klar.

„Kodiaq weitaus teurer“
Nun meldete sich ein weiterer Polizei-Insider bei der „Krone“ der kritisiert, dass man jetzt den weitaus teureren Skoda Kodiaq als neuen Dienstwagen einführt, anstelle bei den wesentlich günstigeren Modellen VW Touran und Skoda Octavia zu bleiben: „Kein Polizist braucht im Dienst so ein riesiges Schlachtschiff oder Statussymbol“, ortet der Szenekenner „hinausgeworfenes Steuergeld“. Als logische Konsequenz folgert er damit auch, dass man die Anzahl der Dienstautos deutlich verringern müsse.

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Kein Polizist braucht im Dienst so ein riesiges Schlachtschiff oder Statussymbol.

Ein Insider zur „Krone“

„Alte“ Modelle nicht mehr bestellbar
Auch die hohe Ausstattung der Polizei-Kodiaqs sei in Sparzeiten nicht notwendig. Die Landespolizeidirektion entgegnet, dass sich der Fuhrpark auf modernstem Stand befinde und man damit keinen Vergleich mit Polizeibehörden anderer Länder scheue. Das Innenministerium (BMI) betont, dass man die bisherigen Standardstreifenfahrzeuge Touran (ausgelaufen Februar 2026) und Octavia (ausgelaufen Oktober 2024) gar nicht mehr bestellen könne.

Objektive Kriterien für Beschaffung
„Es war also notwendig, eine geeignete Alternative zu finden“, entgegnet das Ministerium. Im Rahmen eines standardisierten Beschaffungsverfahrens wäre anhand objektiver Kriterien, wie Einsatztauglichkeit, Wirtschaftlichkeit, Sicherheitsanforderungen oder Gesamtkosten ausgewählt worden. Ausschlaggebend für den Kodiaq waren höchste Eignung für den Streifendienst sowie großzügiger Laderaum und hohe Nutzlast für die Polizeiausstattung.

Vor allem zweiteres hätten viele andere Modelle nicht erfüllt. Und: Wegen spezieller Beschaffungskanäle aufgrund des hohen Fahrzeugbedarfs bekomme man ganz andere Konditionen: So sei die monatliche Leasingrate eines voll ausgerüsteten Touran zuletzt bei 897 Euro gelegen. Der neue Kodiaq koste zum Vergleich 1084 Euro.

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